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Allgemeines zu "asiatischen" Blauregen

FassadenGrün hilft Ihnen bei der Auswahl von Blauregen aus unserem Sortiment. Als "asiatische" Blauregen werden hier die seit Jahrhunderten in China und Japan kultivierten Typen benannt, also alle Blauregen aus Asien. Es geht besonders um ihren Einsatz an Fassaden. Sie sind am meisten verbreitet und bieten ein Maximum an Farbe, Blütenfülle und Wuchskraft! Zugleich brauchen sie viel Schnitt und Formierung. Das ist nicht jedermann`s Sache, deshalb bieten wir alternativ "amerikanische" Blauregen.

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(auch "Glycine" oder "Glyzine" genannt, lat.: Wisteria sinensis // Wisteria floribunda // Wisteria brachybotrys)

Chinesischer Blauregen Ende April
Chinesischer Blauregen Ende April

Ansprüche

Warme, etwas windgeschützte, sonnige Lagen. Im Halbschatten schlechtere Blütenbildung. Tiefgründige, humusreiche Böden mit guter Wasserversorgung. Pflanzabstand: 3 - 8 m.

Eigenschaften

Starke, gesunde und wuchsfreudige Schlingpflanzen bis 20 m Höhe. Gefiederte Blätter, Laub von Mai bis November, einige Sorten mit gelber Herbstfärbung. Bei gutem Schnitt üppige Hauptblüte im Frühjahr (April bis Mai) aus lauter Blütenknospen des Vorjahres. Die Blüten sollen als überbackene "Krapfen" essbar sein, zumindest bei den chinesischen Sorten wie "Prolific". (Angabe ohne Gewähr). Die Nachblüte im Sommer ist bei einigen Typen stark ausgeprägt, bei anderen fast gar nicht. Graugrüne, behaarte und giftige Hülsenfrüchte.

Wuchsstärke

"Asiatische" Blauregen haben ein Problem... 2017 schrieb Dave Creech vom SFA Arboretum / USA: "Ein Blauregen kann schnell zu einem Monster werden, wenn er längere Zeit - z. B. über Nacht - unbeaufsichtigt bleibt". Wie das? Junge Blauregen sind "Grüne Kraken" - die Triebe haben einen Aktionsradius von mehr als 1 m und wachsen lichtfliehend in Ritzen, Spalten usw.. Mit weiterem Dicken-Wachstum werden dann Bauteile zerdrückt und in Spalten kann es zu einer Spreng-Wirkung kommen. Bei unzureichender Erziehung und Pflege entstehen beachtliche Bauschäden!

Ständige Kontrolle

Blitzableiter, Fallrohre, Dachrinnen, Lüftungsöffnungen und Fugen dürfen also nicht erfasst werden, das heißt, "asiatische" Blauregen brauchen Aufsicht. Ist keine ständige Kontrolle möglich, sollten Rankhilfen vorbeugend 2 Meter Abstand zu all den genannten Bauteilen und zur Dachkante haben, sowohl seitwärts als auch nach oben.

Erziehung mit nur einem Trieb

Alle Sorten dieser Gruppe wachsen stark, lassen sich aber mit konsequenter Erziehung auch in kleine Formen "zwängen", so wie es je nach Situation nötig ist. Der Übersichtlichkeit wegen wird am besten ein karges Stammgerüst mit nur einem Trieb aufgebaut, ähnlich wie bei Weinreben. Bewährt haben sich einzelne Stränge, also senkrechte und waagerechte "Spindeln" oder auch Winkelformen, jeweils mit vielen kurzen Seiten-Ästen, welche dann alljährlich wieder auf "Zapfen" s. unten gekürzt werden. Es sind aber auch Fächerformen analog zu Weinreben möglich.

Erziehung mit mehreren Trieben

Um noch mehr Blütenfülle zu bekommen, werden oft mehrere Triebe als Bündel kultiviert. Das sieht auch dekorativ aus! Allerdings würgen sich die Triebe infolge des Dickenwachstums, was oft zum Absterben einzelner Triebe führt. Diese werden dann zu trockenem Totholz und bilden eine Brandlast an der Wand. Deshalb bleibt eine mehrtriebige Erziehung dem privaten Bereich (ständige Aufsicht!) vorbehalten.

Sommer-Schnitt

Mit ein- oder mehrmaligem Sommerschnitt wird vor allem bei jungen Blauregen die Laubentwicklung gebremst. Diese reduziert sich meist nach 5 - 15 Jahren, was dann den Sommerschnitt erleichtert. Es kann ab Juni geschnitten werden, ggf. aber auch später, um gerade bei einigen Sorten die kostbaren Nachblüten nicht abzuschneiden. Anzustreben ist, alle Triebe, die nicht zur Verlängerung des Stammgerüstes nötig sind, im Spätsommer auf ca. 30 cm zu kürzen. Dann entwickeln sich unten an den Trieben die Blütenknospen für das Folgejahr besser.

Winter-Schnitt

Im Winter erfolgt analog zu Weinreben eine Art "Zapfenschnitt". Dabei werden die bereits auf ca. 30 cm gekürzten Triebe nochmals geschnitten, so dass fast nur rundliche Blütenknospen übrig bleiben. Das sind dann ca. 3 Knospen pro Trieb, s. auch die Fotos unten. Seiten-Äste, die bei geringer Verdrehung der Spindeln infolge Wind am Fassadenputz kratzen würden, werden ganz weggeschnitten, besonders an Fassaden mit empfindlicher Dämmung (WDVS).

Rankhilfen

Stabile, möglichst stabartige Rankhilfen, auf Wuchshöhe und Wuchsbreite abgestimmt. Eher linienhaft, weniger flächig, besser keine Holzspaliere. Die 10 mm-Baureihe ist geeignet. Drahtseile sind dann geeignet, wenn der Aufbau mit "paralleler Stammführung" oder mit einem "verlorenen Seil" erfolgt wie auf den Fotos unten beschrieben. Bei Seilen vorzugsweise schwere / massive Bausätze. Mittlere Bausätze "Classic" und einfache Bausätze "Basic" ggf. im Privatgarten (ständige Aufsicht) und bei Kübelpflanzen. Geeignete Anordnungen von Stäben und Seilen s. ganz unten.

Geeignete Rankhilfen?

Bitte klicken Sie auf das Bild, um zur Eignungstabelle nach unten zu springen.

Erziehung, Schnitt und Bauschäden

Diese Bildgalerie zeigt Beispiele.

Zwei "Maxi"-Blauregen, als kurze Spindeln formiert
Mehrere "Maxi"-Blauregen, als hohe Spindeln formiert
Der Aufbau vertikaler Stränge erfolgt meist problemlos. Sind aber wie hier auch waagerechte Stränge vorgesehen, müssen Triebe separat dorthin geleitet und angebunden werden.
Eine überwiegend waagerecht formierte Wisteria
Blauregen "Rosea" an einer Fassade, strenge Erziehung mit nur einem Trieb
Ein mehrtriebig gezogener Blauregen im Frühling, die Blütenansätze sind gut sichtbar.
Stamm einer älteren Wisteria
Bei diesem kunstvollen Flechtwerk aus mehreren Stämmen ist mindestesn einer schon erdrosselt und zu trockenem "Totholz" gworden.
Blütenknospen von Wisteria sinensis. Die Blütenknospen wachsen an Vorjahrestrieben, welche durch Schnitt drastisch eingekürzt wurden s. folgende Fotos.
Blauregen schneiden: Schon im Sommer werden die (Seiten-) Triebe regelmäßig auf ca. 30 - 40 cm eingekürzt, um blühfähiges Kurzholz zu bekommen. Im Winter (s. Foto) werden sie dann nochmals auf jeweils ca. 3 Knospen eingekürzt.
Streng formierter und beschnittener Blauregen an einer Hauswand im Winter, Führung mit Drahtseil. Ein solch spartanisches Stammgerüst ist wichtig, um Bauschäden vorzubeugen.
Derselbe Blauregen (s. voriges Foto) im folgenden Spätsommer, mustergültig mit Sommerschnitt behandelt
Dieser Blauregen wurde aus einem winzigen Rankgitter befreit und dann  in einer weniger strengen Form mit drei Seilen aufgebaut.
Park-Palette mit Rankgittern, Farbenspiel im Herbst: rot (Wilder Wein), gelb (ein "Maxi-Blauregen), grün (ein maxi-Blauregen. Einige Maxi-Blauregen färben ihr Herbstlaub schön gelb, andere nicht.
Erfordert ständige Aufmerksamkeit: Blauregen am Drahtseil an einem mit Schieferplatten verkleideten Carport
Vorsicht: Dieser Blauregen ist in eine Verkleidung hineingewachsen.
Diese Wisteria wächst ohne Aufsicht in eine Wandverkleidung und sprengt die Schindeln ab.
Dieser Blauregen war bereits zwischen die Keramikplatten (rechts) gewachsen.
Vorsicht: Am Fallrohr haben Schlingpflanzen wie Blauregen nichts zu suchen!
Von Blauregen geschädigtes Fallrohr, nach Abwickeln des von links kommenden, drosselnden Stranges.
 
 
 
 

"Asiatische" Blauregen an Stäben

Kräftige Stäbe sowie Rohre aus Edelstahl sind gut geeignet, Holzspaliere hingegen eher nicht, wie die Fotos zeigen...

Blauregen an einem 10mm-Stabsystem von FassadenGrün
Diese Wisteria sinensis wächst an einem massiven, ca. 0,5 m vor die Hausfassaden gesetzten Rahmen aus Stahlrohr.
Stabile Rankhilfe aus Edelstahlrohr mit großzügigem Wandabstand
Begrünung eines Balkons mit Wisteria
Mit Wisteria begrüntes Geländer
Chinesischer Blauregen in einem Geländer
Eingewachsener Geländerstab. Im Gegensatz zu Seilen entstehen an stabartigen Rankhilfen weniger Bauschäden, trotzdem bleibt bei "Maxi-Blauregen" das dauerhafte Umschlingen ein Risiko.
Dieser Blauregen hat ein Fenstergitter erfasst, kann den kräftigen Metallstäben aber keinen Schaden zufügen.
Ein Blick auf die Ursprünge der Blauregen-Kultur: Uralt-Glyzinie an einer Pergola im Sankeien Garden in Yokohama / Japan. Die Stämme werden NEBEN den Pergola-Stützen geführt! Foto: Regine Hartkopf
Schon nach 10 - 15 Jahren ist bei Glyzinien mit solchen Stämmen zu rechnen, die dann die Pergola-Stützen regelrecht zerdrücken.
Dieser Blauregen zerlegt gerade ein Holzspalier.
Zu spät: Ein durch Blauregen zerstörtes Holzspalier

"Asiatische" Blauregen an Seilen

Blauregen ist extrem stark und kann fast jede Rankhilfe zerstören. Mit der "parallelen Stammführung" oder einem "verlorenen Seil" lässt sich vorbeugen...

Junger Blauregen schlingt an einem abgewinkelten Seilsystem (schwere Bauweise mit Seilhalter "Konsole" WM 12227)
Detail zum Foto zuvor: Erziehung mit nur einem Trieb
Das hier passiert, wenn nicht eingegriffen wird: Das Seil wird überdehnt, die Seilhalter verbiegen sich. Mit der nachfolgend beschriebenen parallelen Stammführung lassen sich solche Deformationen vermeiden.
Da hilft auch kein "Schneiden" mehr: Ein nicht abgewickelter Blauregen hat ein Rankseil überdehnt und eine Halterung verbogen.
Dieser Blauregen hat ein ca. 16 mm starkes Edelstahlseil aus der Richtung gezogen. Die interne Zugspannung im Seil dürfte jetzt bei 1 - 2 Tonnen liegen (10 - 20 MPa).
Hier wurde der untere Halter eines Seilstranges (links unten) bereits aus der Verankerung gezogen.
Überdehntes, eingewachsenes Drahtseil
Drahtseil zum Frühstück: Auch diese Glyzine kaut noch an ihrer heraus gerissenen Rankhilfe.
Seilsystem, schwerer Bausatz. Die schlingenden Triebe erreichen bei Solitärpflanzen bereits im 1. Jahr Höhen von 4 - 6 m, sollten dann aber auf einen Haupttrieb pro Strang reduziert und vom Seil abgewickelt werden (s. nächste Fotos).
Abgewickelter und parallel zum Seil geführter Blauregentrieb im Winter. Dieser Trieb wird nun zu einem Hauptstamm mit kurzen Seitentrieben erzogen, die Bindung ist in den Folgejahren regelmäßig zu kontrollieren und ggf. zu erneuern.
Bei Wandhaltern im Seilverlauf wird der Trieb leicht gestaucht und bogenförmig herum geführt, so dass es später möglichst nicht zum Einwachsen der Halter kommt. Weiter siehe nächste Fotos.
Ein Jahr später, nach dem Laubfall muss das Triebgeflecht erneut ent"fitzt" und zurückgeschnitten werden. Die Bindungen an der künftigen Hauptspindel werden erneuert. Weiter siehe nächste Fotos.
Nach Abschluss der Pflegearbeiten. Hier wurde mit flexiblen und verstellbaren Hartgummibindern (derzeit nicht im Sortiment) geheftet. An den Seitenarmen sind teilweise Blütenansätze.
Junger Blauregen am Drahtseil - abgewickelt und mit Bindern befestigt ("parallele Stammführung")
Junger Blauregen am Drahtseil - abgewickelt und mit Bindern befestigt
Ranksystem aus Drahtseilen (massive Bauweise) für einen Maxi-Blauregen "Rosea"
Im privaten Bereich (ständige Aufsicht) ist es auch möglich, eine Glycine "mehrtriebig" zu führen, um noch mehr Blütenfülle zu bekommen.
Dieser mehrtriebig geführte Blauregen hat ein Seil eingewachsen und überdehnt. Es wurde aus dem Halter unten gelöst und verbleibt jetzt als "verlorenes Seil" in dem Blauregen-Strang.
Junger Blauregen umschlingt ein senkrechtes Seil mit mehreren Trieben
Zwei Jahre später: Das völlig eingewachsene Seil wurde aus den Haltern genommen, dort wurde ein neues Seil verlegt, neben dem jetzt die Blauregen-Spindel nebst "verlorenem Seil" geführt wird.
 
 
 
 

Geeignete Ranksysteme für "asiat." Blauregen

Bitte klicken Sie auf die Grafiken, um die Detailansicht des jeweiligen Systems aufzurufen!

   = geeignet               = bedingt geeignet               = nicht geeignet