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Variante 02 - Hohlraumbefestigung

Hohlraumbefestigung ist die zweite von acht Varianten, Ranktechnik auf Sonderfassaden anzubringen. Die Variante kommt dort infrage, wo hinter der Außenschale ein Hohlraum ist, in welchem ein von außen eingeführter Dübel sich spreizen, verknoten oder umklappen kann. Das können spezielle Hohlraumdübel sein, z. B. Kipp- und Klappdübel, aber auch Universaldübel sind oft geeignet. Standard-Bausätze lassen sich bei Variante 02 nicht immer nutzen, unten finden Sie dazu Hinweise und Alternativen.

Anwendungsbereich

Hohlräume finden sich z. B. bei doppelseitiger Beplankung von Veranden, Wintergärten usw., sie können "hohl" oder auch mit Dämmstoff gefüllt sein. Hohlraumbefestigungen sind sehr flexibel, sie eignen sich für alle unter Sonderfassaden aufgeführten Untergründe, ausgenommen Schindeln und Vierkantrohr. Es kann quasi an beliebiger Stelle befestigt werden, und die erreichte Stabilität ist deutlich höher als z. B. bei Variante 01. Auch die erzielbaren Wandabstände sind besser. Der Montageaufwand bei Variante 02 ist insgesamt etwas höher zu bewerten.

Bei dickeren oder "gedoppelten" Materialien (z. B. Verschalung mit dahinter liegender Wandbauplatte), wo die Plattenstärke insgesamt mindestens 35 - 40 mm beträgt, kommt auch Variante 05 infrage.

Einschränkungen bei Hohlraumbefestigung

Trotzdem sollten - gerade wenn statt 2 mm dickeres 3 mm Seil verwendet wird - die Befestigungspunkte möglichst nahe an der Unterkonstruktion liegen, da in Plattenmitte oder in der Mitte eines Schalungsbrettes die mögliche Verformung unter Last (Ausbeulung, Verwindung) größer ist. Mit dieser Einschränkung ist Hohlraumbefestigung auch geeignet bei sehr dünnen Außenschalen mit Wandstärken unter 18 mm.

Dabei sind je nach Dübel bestimmte Mindesttiefen des Hohlraumes zu beachten. Und das jeweilige Schalbrett o. ä. muss selbst stabiler befestigt sein als die Last, die es mit dem Edelstahl-Seilsystem aufnehmen soll, was oft unterschützt wird! Gegebenenfalls muss der entsprechende Bereich mit zusätzlichen Schrauben oder Nägeln verstärkt und ausgesteift werden.

Beim Bohren wird übrigens manchmal nicht der dahinter erwartete Hohlraum getroffen, sondern das jeweilige Lattengerüst, was den Anschein einer Bohrung in Vollmaterial erweckt. Dann ist ggf. für diesen einzelnen Punkt oder auch für eine ganze Reihe von Haltern eine andere Befestigung zu wählen.

Einfache Bauweise

Es werden Augbolzen WM 06030 oder WM 08080 mit Hohlraumdübel HD 00050 gesetzt, die hinter der Platte als Gegenlager aufklappen. Falls die innere Rückseite erreichbar ist, sind Gegengarnituren GG 00000 verwendbar. Möglich sind auch Augschrauben WH 06061 mit Kragendübel DH 08050, welche sich hinter der Platte verknoten oder aufspreizen.

Leichte Bauweise

Standard-Bausätze mit WM 06093 sind verwendbar, statt der beigefügten Dübel ist ein spezieller Hohlraumdübel erforderlich.

Mittlere Bauweise

Premium-Bausätze mit WM 08133 sind verwendbar, statt der beigefügten Dübel ist aber ein Hohlraumdübel erforderlich. Die Schalung oder Platte muss dann aber sehr stabil und biegesteif sein. In Ausnahmefällen - bei sehr hoher Belastung - ist auch eine modifizierte Classic-Bauweise mit WM 10101 und schwerem Kippdübel möglich.

Einfache Bauweise mit WM 08080
Montage in Boden-Deckel-Schalung
Mittlere Bauweise, Detail zum Foto s. rechts
Begrünung einer Verschalung
Hohlraumbefestigung
Historischer Holzständerbau mit doppelseitiger Beplankung, zwei Weinreben
Befestigung mitttels Hohlraumdübel
mittlere Bauweise auf Holzvertäfelung, Weinrebe
Befestigung in Holzvertäfelung
leichte Bauweise auf verputzten Wandbauplatten
Wandanker mit Hohlraumbefestigung
Mittlere Bauweise auf Profilschalung, Aprikosenbusch
Befestigung im Hohlraum