Kaum zu glauben, aber wahr: Fassadengrün bringt trockene Wände! Auch wenn es keine fachgerechte, moderne Bautrocknung ersetzt, kann es zumindest dazu beitragen... Eine Tatsache, die bei der Renovierung alter Häuser zu denken gibt!
Die Mauern alter Häuser waren so lange halbwegs trocken, wie Weinstock oder Obstbaum am Haus gediehen. Kletterpflanzen haben eine austrocknende Wirkung auf Grundmauern, die früher bewusst bei der Begrünung von Gebäuden genutzt wurde. So muss ein Weinstock allein für 1 kg gebildete Trockenmasse (also ca. 2 kg Holz oder 10 kg Früchte) 500 Liter Wasser ziehen und verdunsten!
Mit weit verzweigten Oberflächenwurzeln wird zunächst das Niederschlagswasser weggesaugt, mit Tiefwurzeln wird auch weiter unten liegende Feuchtigkeit aufgespürt. Ist eine Stelle ausgetrocknet, verkümmern dort die Wurzeln und wachsen zu einem neuen Feuchtigkeitsherd....
Fassadenbegrünung als Bautrocknung - das kann auch ein Argument sein, um den Denkmalschutz von einer Begrünung zu überzeugen, falls dieser sich mit der Genehmigung dafür schwer tut…
Auffällig an den meisten Beispielen ist, dass keine “Baumscheibe” oder Ähnliches zum Bewässern existiert, was wiederum verdeutlicht, dass die jeweiligen Pflanzen sich ihr Wasser einzig und allein aus dem Untergrund holen.