Auch ohne eine Fassade “anzubohren” lassen sich grüne Akzente setzen! Dazu werden Rabatten oder einzelne Pflanzgruben angelegt, ggf. kombiniert mit einer Rankhilfe, die meist gar keinen Kontakt zur Wand hat. Gerade bei Fassaden mit Dämmung kann dies eine Lösung sein.
Von den bekannten Kletterpflanzen eignen sich für solche Vorpflanzungen vor allem Strauchrosen, also strauchartig wachsende Rosen, oder auch Stammrosen ("Hochstammrosen"), die ihre Triebe und Blüten auf einem vorbehandelten Einzelstamm entwickeln. Letztere brauchen einen Stützpfahl, während Rosensträucher oft ohne Rankhilfe auskommen oder nur mit einem punktuellen System 1010 fixiert werden. Allgemein gilt auch hier dasselbe wie bei Kletterrosen.
Neben den Rosen sind auch noch Feuerdorn, Kriechspindeln, Cotoneaster ‘Horizontalis’ und Spalierobst geeignet. Sie können sich ggf. an die Wand lehnen. Andere Klettergehölze wie Reben brauchen eine Stütze oder Rankhilfe s. Fotos oben, also einen Drahtrahmen, frei stehende Stabmatten oder “Vorgehängte Seile”.
Aus der großen Gruppe der Gehölze sind aber noch viele andere, strauchig wachsende Arten zur Pflanzung vor Wänden geeignet, wie die Fotos zeigen. “Bäume vor Fassaden” werden weiter unten behandelt.
“Baum-Fassaden” gegen die Sommerhitze haben eine lange Tradition, vor allem in Norddeutschland. Kein Wunder, denn es bietet sich an, Bäume so dicht an Häuser zu pflanzen, dass sie diese beschatten. Und in Zeiten des Klimawandels wird diese Idee neu diskutiert, es gibt erste Pilotprojekte in München und Bamberg (www.baumfassaden.de). Wenn die Bäume sehr dicht an der Fassade wachsen sollen, werden sie in der Baumschule für einseitigen Wuchs konfektioniert, also unsymmetrisch beschnitten. Anders als früher, wo oft Linden verwendet wurden, wird heute nach Baum-Arten gesucht, die möglicht gar nicht oder nur selten geschnitten werden müssen, um die Pflegekosten zu senken.
Immer wieder gibt es auch ungeplante Situationen dieser Art, wenn Spalierobstbäume vernachlässigt und nicht geschnitten werden. Sehr oft betrifft dies Spalierbirnen (noch mehr Beispiele), die auf einen wuchsstarken “Sämling” veredelt wurden. Auch auf diesem Wege entstehen Fassadenbäume, wie die Fotos zeigen!
Mit diesen Pflanzen lassen sich meist schneller Effekte erzielen als mit den oben genannten, auch ist ihre Blütenpracht oft prächtiger und vor allem ausdauernder. Oft werden Sonnenblumen verwendet, im Norden Deutschlands und im Baltikum haben Stockrosen ("Malven" - Alcea) eine große Tradition. Sie wachsen oft von alleine im Straßenpflaster, wenn man einige Samen hinstreut… Die Auswahl der Pflanzen richtet sich also stets nach dem Standort und den regionalen Gegebenheiten.
Im Umfeld moderner Bauten werden zunehmend auch Bambus und Gräser für Wandgärten am Sockel verwendet. Sie sind oft sogar wintergrün!