Drahtrahmen sind ein klassisches, millionenfach bewährtes System im Obstbau und lassen sich - mit Edelstahlseil - auch im Garten verwenden. Sie eignen sich für Weintrauben, aber auch Himbeeren, Brombeeren oder Spalierobst. Hier erfahren Sie, welche Varianten es gibt und wie Sie Drahtrahmen bis hin zur Pergola modifizieren können. Unter Seilsystem 0050 finden Sie bei FassadenGrün zwei konfektionierte Bausätze.
Drahtrahmen im Weinberg sind oft über 50 Meter lang. Infolge des Windes sind sie hohen Belastungen ausgesetzt und neigen zum Erschlaffen und Durchhängen, was ein optischer, aber kein funktionaler Mangel ist. In gewerbsmäßigen Obstanlagen bleiben die Drähte dann meist schlaff oder werden aller einiger Jahre nachgespannt. Im Hausgarten werden meist kurze Drahtrahmen mit 2 - 3 Stützen gebraucht, dafür offeriert FassadenGrün das Seilsystem 0050 mit Edelstahlseil.
Üblich im Weinberg sind inzwischen Pfähle aus verzinktem Stahlblech. In der Vergangenheit wurde auch armierter Beton verwendet. Eingeschlagene oder eingegrabene Holzpfähle sind sehr dekorativ, besonders In Schaugärten und im Hausgarten, aber weniger dauerhaft. Je sandiger (und damit trockener) der Boden ist, umso länger halten sie, je lehmiger, desto kürzer. Pfähle aus massiven Robinien-Stämmen können 25 Jahre halten, Pfähle aus Robinien-Schnittholz 7 cm x 7 cm 10 - 20 Jahre, wenn der Boden sehr trocken ist, dann auch länger. Trotzdem ist das für den professionellen Weinbau in Deutschland leider zu wenig.
Für den Hausgarten wird empfohlen, Holzpfähle nicht einzuschlagen oder einzugraben, sonder sie in Einschlaghülsen oder in H-Pfostenträger zu setzen. Dann können sie nach 10 - 20 Jahren ggf. gekürzt und weiter verwendet werden!
Im Weinberg erfolgt die Bespannung meist mit preiswertem, verzinkten Draht, manchmal auch mit 2 mm Edelstahldraht. Vermehrt wird auch Draht aus Kunststoff eingesetzt. Im Hausgarten, wo ein straffes Erscheinungsbild gewünscht wird, ist 3 mm Edelstahlseil die richtige Wahl. Schräge Abspannungen erfolgen dann mit 4 mm Edelstahlseil.
Drahtrahmen im Weinbau haben oft 2 Drähte, sogenannte " Doppeldrähte" auf jeder Etage. Hinzu kommen noch ausgeklügelte Abstandhalter, welche die Drähte auseinander halten. All dies dient der Arbeitserleichterung, die Rebtriebe lassen sich schneller zwischen die Drähte stecken und das Anbinden entfällt. Im Hausgarten allerdings sind Doppeldrähte bei Weinreben entbehrlich.
Im Hausgarten sind Drahtrahmen ideal für Spalierobst. Auch für Weinreben, des weiteren für Himbeeren und Echte Brombeere, mitunter dann aber nur mit Draht statt Seil und auch mit mehr als 4 Waagerechtdrähten. Die schrägen Abspannseile eignen sich ggf. für eine zusätzliche Begrünung, z. B. mit einjährigen Rankpflanzen.
Drahtrahmen lassen sich direkt an Wänden befestigen, wenn das erwünscht ist. Es lassen sich damit Bohrungen und Befestigungspunkte reduzieren, was bei gedämmten Wänden interessant sein kann. Meist werden an Wänden aber Seilsysteme oder klasssiche Holzspaliere bevorzugt.
In der Bildgalerie sehen Sie viele Beispiele. Noch mehr Fotos von Drahtrahmen finden Sie bei “Weinberg-Erziehung” und bei “Seilsystem 0050”, des Weiteren bei “Zaunbegrünung”. Weiter unten auf der Seite gibt es dann vor allem Tipps zum Bau verschiedenster Drahtrahmen.

Die allereinfachste Form eines Drahtrahmens. Hier werden verrottungsfeste und gespitzte (Robinien)pfähle eingegraben oder - einfacher - mit einer Handramme ins Erdreich geschlagen (Standzeit ca. 10 - 25 Jahre), die Drähte oder Seile hängen schlaff, denn in gespannten Drähten entstehen hohe Lasten, welche die seitlichen Pfähle nach innen ziehen wollen. Die Pfähle sollten deshalb schon zu Beginn etwas schräg nach außen gesetzt oder besser nach einer der drei aufgezeigten Möglichkeiten ausgesteift werden.

Einschlagen eines Robinienpfahles mittels Handramme ("Schlagkatze"). Ein solches Gerät kann in Wein- oder Obstbaugebieten bei Raiffeisenmärkten, BayWa usw. ausgeliehen werden. Aller 2 - 3 Schläge wird die gewünschte Ausrichtung über eine senkrecht angelegte Wasserwaage kontrolliert und ggf. korrigiert.

Es wird empfohlen, in das Erdreich verzinkte Schlaghülsen zu setzen und darin die Pfähle zu stecken und festzuschrauben. Auf diese Weise kann auch weniger resistentes Holz verwendet werden, und auch bei resistentem Holz wird die Standzeit der Anlage erhöht. Es sind lange Hülsen mit 900 mm Länge zu verwenden. Die Pfähle sollten einen Querschnitt von 7 cm x 7 cm haben.

Das Ausfluchten der Höhe aller Pfähle geschieht am besten von einem der mittleren Pfähle aus. Sind schließlich alle auf dieselbe Höhe eingeschlagen, werden an allen gleichermaßen die Bohrungen für Krampnägel oder durchlaufende Drahtseile angezeichnet und ausgeführt.

Für gerade und auch schräge Pfosten offeriert FassadenGrün das Seilsystem 0050. Meist werden die Endpfähle schräg nach hinten ins Erdreich abgespannt. In den Weinbergen werden dazu auch schwere Steine im Erdreich vergraben und daran ein Draht befestigt, der die Abspannung bewirkt.

Ein seltener Sonderfall. Die dafür nötigen Wandösen müssen mit Verbundmörtel konisch eingeklebt werden, Kunststoffdübel reichen für solche Lastfälle nicht aus. Hier wurden dunkel lasierte Holzpfosten in Einschlaghülsen gesetzt und oben mit baumarktüblichen, verzinkten Abdeck-Kappen versehen.

Bei einer schrägen Stellung der Endpfähle können die Abspannungen senkrechter ins Erdreich gebracht werden. Diese Anordnung wird meist in den Weinbergen angewandt, um auch die letzten Zentimeter einer Rebzeile noch für die Früchte bringende "Laubwand" zu gewinnen.

FassadenGrün empfiehlt diesen Erdanker für eine komfortable Abspannung. Er wird wie eine Schraube ins Erdreich geschraubt und kann Lasten von mehreren hundert Kilogramm aufnehmen.

Alternativ zu dem oben beschriebenen Abspannen können als 2. Variante auch Stützpfähle verwendet werden - wiederum z. B. aus Robinie - die eingegraben und auf eine stabile Druckplatte gesetzt werden. Das kann ein Naturstein oder ein Klinker sein. der Untergrund unterhalb der Druckplatte muss durch Rammen o. ä. druckfest verdichtet werden. Beim Einbau sollten die Pfähle leicht nach außen zeigen, da es aufgrund nachträglicher Setzungen immer noch zu einer kleinen Verschiebung nach innen kommt.

Rankanlage für Brombeeren mit Doppeldrähten an Krampnägeln und zusätzlichem Stützpfahl in der Mitte. Gespannt werden die Drähte nacheinander von oben nach unten.

Endpfähle mit schrägem Stützpfahl in einem Weinberg bei Meißen / Sachsen, hier aus armiertem Beton. Die Stützpfähle sind in Kerben gesteckt.

Lange bevor es Drähte im Weinberg gab, wurden die einzelnen Pfähle durch aufgesetzte Querholme aus Holz miteinander verbunden und stabilisiert. Diese dritte Variante der Aussteifung ist besonders für kleinere Rankrahmen im Hausgarten interessant.

Mittels zusätzlicher, schräger "Kopfbänder" wird eine weitere Aussteifung solcher Drahtgerüste bewirkt.

Werden oben Querhölzer, so genannte "Reiter" aufgesetzt, wird aus dem Rankrahmen eine Pergola.

Eine senkrechte Bespannung von Rankrahmen ist z. B. bei Schlingpflanzen sinnvoll, denn diese lieben senkrechte Rankhilfen. Am einfachsten ist es, die Seile mittels Bohrungen durch die Querhölzer zu führen und dahinter mittels Klemmring zu fixieren.

Eine fächerförmige Bespannung sieht besonders reizvoll aus.

Hier überkreuzen sich die Seile mehrerer Fächer, und ein dichtes Rankgeflecht entsteht. In der Mitte unten ist ein Erdanker eingeschraubt, in den Rahmenhölzern z. B. Ösenschrauben WH 06060 oder kostengünstige Krampnägel KN 04055. Ein Seil kann auch durch mehrere Ösen (3-4) geführt werden, so daß letztlich weniger Seilklemmen benötigt werden.

Ab Längen von ca. 4 m sollten im Abstand von wiederum jeweils 4 - 5 m zusätzliche Pfähle bei Drahtrahmen gesetzt werden. Im Weinberg werden auf diese Weise lange Zeilen mit 80 bis 100 m Länge gebildet.

Hier wird aus repräsentativen Gründen zumeist ein strafferes Erscheinungsbild gewünscht, Drähte sollen nicht schlaff herumhängen. Dafür werden dann Seilsysteme 0050 mit Drahtseil statt Draht gesetzt, und der Pfostenabstand sollte 3,50 m nicht überschreiten.

Im gewerbsmäßigen Wein- und Obstbau kommen oft Stahlpfähle mit Kastenprofil und Dickschichtverzinkungen unter Beimischung von Aluminium (z. B. "Crapal"-Qualität) zum Einsatz, hier ein Zwischenpfahl einer Rebzeile

FassadenGrün empfiehlt und verkauft diesen Drahtspanner, der nachträglich ohne Zerschneiden des Drahtes auf straffe oder schlaffe Drähte (bedingt auch auf Seile 3 mm) aufgesetzt wird und jederzeit mit einem Maulschlüssel fein nachgespannt werden kann.