Obstspaliere / Spalierobst

 

 

 

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Apfel am Spalier

Spalieräpfel

 

Köstliche Pfirsiche am Spalierbusch

 

Aprikose

 

Quitte am Wandspalier

Quitte am Spalierdraht

 

Spalierbirne vor der Blüte

Spalierbirne in klassischer  Palmettenform vor der Blüte, an senkrechten Spanndrähten, schwerer Bausatz.

 

Spalierbirne im Winter

 

Hohes Apfelspalier

 

Spalierbaum

Wer würde nicht gern an diesem schattigen Plätzchen sitzen? Die Birne war ursprünglich als Spalierbaum gesetzt, ist dann aber vermutlich aufgrund falscher Veredelung "aus der Form" geraten und zu einem Hausbaum geworden.

 

Senkrechte Äste - hier eine Birnen-Doppel-U-Form - können auch an waagerechten Drähten und Seilen wie System 8040 geführt werden.

 

 

 

Spalierobst hat jahrhundertelange Tradition, erfordert aber Fachkenntnis, viel Pflege und gehört in den Bereich der "Liebhaberei". Wer Zeit investiert und Rückschläge verkraftet, kann sich daran versuchen! Häufig angebaut werden Birnen, dann Aprikosen, Pfirsiche und andere. Weinreben und Kiwi werden bei "FassadenGrün" gesondert behandelt.

 

Ansprüche

Durch geschickte Auswahl lässt sich für jede Wand eine Obstart finden,  Details s. unten.

 

Wuchs und Blätter

Als Sträucher je nach Art, siehe unten.

 

Rankhilfen

Müssen das Stammgerüst an der Wand verankern. Wandabstand spielt nur geringe Rolle und sollte aufgrund der Lasten eher knapp sein. Hinterlüftung jedoch ist nötig. Geeignete Seilsysteme siehe unten, schwere Bausätze,  auch mittlere, in Ausnahmefällen leichte Bausätze. Oft auch  Holzspaliere.

 

Schnitt / Erziehung

Viele Möglichkeiten, Spezial-Literatur. Um den Pflegeaufwand zu reduzieren, geht der Trend seit ca. 70 Jahren weg von den strengen "Palmetten" zu naturnahen Fächerformen.

 

 

 

 

Spalierobst - Apfelspalier, Tipps zur Spalierplanung

Äpfel als Spalierobst

 

Birne als Spalier-Obst

Uralte Spalierbirne in Fächerform

 

Spalierobst am Fachwerkhaus

Birne als Spalierbaum

 

Birnen am Obstspalier

Detail zum Foto oben. Die Idylle kann nicht darüber hinweg täuschen, dass das Exemplar vom Birnengitter-Rost befallen ist - wie leider viele Spalierbirnen.

 

Altes Obstspalier

Derselbe Spalierbaum (oben) im Winter, die moderne, freie Fächerform ist ablesbar.

 

Zwei Spalieräpfel an Drahtseilen nach dem Winterschnitt

 

Neuaufbau eines Spalierapfels nach Kappen des Hauptstammes.

 

Birnenspalier im Winter

Spalierbirne in freier Fächerform

 

Apfelspalier

Blühender Spalierapfel

 

 

 

Spalieräpfel - Obstspalier

Apfel- Spalierbäume

 

Aprikosenspalier

Aprikose am Spalier

 

Birnen am Spalier

Birnspaliere

 

Winterbirnen am Spalier

Winterbirnen am Hausspalier

 

Kleine Spalierbirne

Dornburg / Thüringen: Uralte kleine Spalierbirne in freier Fächerform im Vorhof des Schlosses

 

Aprikosenspalier

Kleines Aprikosenspalier

 

Drahtrahmen im Hausgarten

Aufbau einer frei stehenden Spalierobstanlage für Apfelbüsche

 

 

Geeignete Seilsysteme für Spalierobst

Für Weinreben existiert eine gesonderte Tabelle.

Bitte klicken Sie auf die Grafiken !

 

 

 

 

 

 = geeignet

 

 = bedingt geeignet

 

 = nicht geeignet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

System 1010

System 2010

System 3010

System 4010

System 5010

System 6010

System 7010

System 8010

System 9010

System 1020

System 2020

System 3020

System 4020

System 5020

System 6020

System 7020

System 8020

System 9020

System 1030

System 2030

System 3030

System 4030

System 5030

System 6030

System 7030

System 8030

System 9030

System 1040

System 2040

System 3040

System 4040

System 5040

System 6040

System 7040

System 8040

System 9040

System 1050

System 2050

System 3050

System 4050

System 5050

System 6050

System 7050

System 8050

System 9050

System 1060

System 2060

System 3060

System 4060

System 5060

System 6060

System 7060

System 8060

System 9060

 

Obstbau wie im Süden

 

Haben Sie nur ein winziges Grundstück und möchten trotzdem Obst ernten? Oder reizt der Anbau einer besonders schmackhaften Sorte, die Sie aus Großvaters Garten kannten und nie im Handel sahen? In beiden Fällen bietet sich Spalierobst an, am Haus oder an einer Mauer.

Warum aber gedeiht Wandobst so gut? Eine besonnte Mauer schafft Bedingungen, wie Obstgehölze sie sonst nur in südlichen Ländern finden. Die Wand ist windgeschützt, die sich stauende Wärme wird weniger weggeblasen und kommt den Pflanzen zugute. Viele Obstarten sind davon begeistert, allerdings nur bei ausreichender Wasserversorgung.

Werden Wintersorten als Spalierbäume gezogen, müssen allerdings auch entsprechende Lagerbedingungen vorhanden sein!

 

 

Lageansprüche von Spalierobst

 

Allgemein lässt sich sagen, dass Weinreben, Birnen und Pfirsiche die pralle Sonne auch unter Mittag genießen und deshalb als Spalierobst an Süd- bis Westwände gehören. Äpfel, Kirschen, Pflaumen und Aprikosen mögen es weniger, auf solche Weise "reifgekocht" zu werden. Sie verlieren schnell an Aroma und Spritzigkeit (Säure). Aprikosen blühen dann auch zu zeitig und werden spätfrostgefährdet. Hier genügen meist halbschattige Standorte an Hauswänden. Anspruchslose Sommerbirnen und Kirschen gedeihen sogar an schattigen Nordwänden!

Insgesamt lassen sich folgende der klassischen Obstarten in der Reihenfolge abnehmender Lageansprüche am Wandspalier kultivieren: späte Weinreben, (Spät-) Winterbirnen, Spätwinteräpfel, Pfirsiche, Spätherbstbirnen, Winteräpfel, frühe Weinreben, Pflaumen, Frühherbstbirnen, Herbstäpfel, Aprikosen, Sommerbirnen, Süßkirschen, Sommeräpfel, Sauerkirschen

 

 

Birnen als Wandobst

 

In Höhen- und anderen Grenzlagen, wo keine Birnen gedeihen, bietet die Spalierkultur - neben Folienzelt und Glashaus - eine Möglichkeit für Liebhaber, anspruchslosere Sorten doch zu kultivieren. In Gebieten aber, wo Obst- oder gar Weinbau betrieben wird, lassen sich am Obstspalier besonders hochwertige Lagerbirnen ziehen, die sonst nur in südlichen Ländern wachsen bzw. überhaupt nicht in den Handel kommen.

Birnenspaliere hatten meist über viele Etagen gehende, streng abgewinkelte geometrische Formen, so genannte "Palmetten". Die jungen Triebe lassen sich relativ einfach in Formen zwängen. Der über Jahre gehende Aufbau eines Spalierbirne ist aber kompliziert und wird heutzutage selten beschrieben. Interessenten sollten nach alten Gartenbüchern suchen. Zeitgemäßer sind wegen des geringeren Pflegeaufwandes die freien Fächerformen.

Wichtig ist auch das Vorhandensein von zeitgleich blühenden Befruchtersorten in der Nachbarschaft bis ca. 200 m Entfernung. In Ratgebern ist für jede Birnsorte angegeben, welche anderen Sorten als Befruchter ("Pollenspender")  in Frage kommen. Diese Thematik ist gerade außerhalb von Obstbaugebieten wichtig. Erschwerend kommt womöglich hinzu, dass eine Sorte am Spalier wesentlich früher blüht als der ins Auge gefasste, zugehörige Pollenspender im Freiland und die gewünschte Überdeckung der Blühzeiten nicht zustande kommt. Wegen der Risikostreuung ist das Vorhandensein mehrerer, anderer Sorten in der Umgebung gewiss besser als die Wahl nur einer ganz bestimmten.

Eben so bedeutsam ist der Schnitt: Er muss oft sortenspezifisch erfolgen. Gute, alte Sortenratgeber (z. B. Herbert Petzold "Birnensorten"/"Apfelsorten" für das Gebiet der ehemaligen DDR) beschreiben sehr genau, an welcher Art von "Holz" die jeweilige Sorte trägt und wie geschnitten werden muss.

Beim Kauf der Pflanzen ist darauf zu achten, dass die künftige Spalierbirne speziell als "Spalierbusch" oder "Spindel" veredelt bzw. dafür definitiv ausgewiesen ist. Entweder werden bereits an Minispaliere geheftete Pflanzen gekauft, oder man bestellt im Versand bei spezialisierten Baumschulen. Manche bieten sogar Spalierbirnen mit Doppel-Veredelung an, dann ist die Befruchtung gesichert. Das gilt auch für Äpfel. Es rächt sich, wenn an dieser Stelle gespart wird!

In städtischen Wohngebieten, wo (Zier-) Wacholder stehen, wird eine Spalierbirne mit ziemlicher Sicherheit stark vom Birnengitterrost befallen. Das ist ein Pilz, der den Wacholder als Zwischenwirt benutzt. Er schränkt die Assimilationsfähigkeit der befallenen Blätter ein, befällt aber nicht die Früchte selbst. Aus ästhetischen Gründen ist dies aber oft der Todesstoß für ein Birnspalier.

Spalierbirnen sind eine Herausforderung für Liebhaber!

 

 

Pfirsiche als Obstspalier

 

Sie lassen sich weniger gern in abgewinkelte Formen zwängen und werden am Spalier daher freier, fächerförmig geheftet. Oft werden die Büsche auch einfach vor eine wärmende Wand gepflanzt, ohne jede Rankhilfe. Die jeweilige Sorte sollte nach dem Reifezeitpunkt gewählt werden, und zwar folgendermaßen: Am Wandspalier werden Früchte gleicher Sorte 2 - 3 Wochen früher reif als im Freiland, das ist zu beachten, sonst verfaulen sie womöglich während der Urlaubszeit....

  

 

Äpfel als Spalierbäume

 

Die meisten Apfelsorten werden am Wandspalier allgemein wohl nicht besser als im Freiland, aber hat man sonst keinen Platz, lassen sie sich gut am Haus kultivieren. Es gibt aber auch spezielle Spalierapfel-Sorten, deren Früchte früher als teure Raritäten gefragt waren, so der "Weiße Winterkalvill".

Sicher lassen sich am Spalier besonders schöne, große Äpfel ziehen, wenn man als Liebhaber stets alle im Reifeprozess überschaut und den Fruchtbehang ausdünnt.

Ansonsten gilt - vielleicht in etwas abgeschwächter Form - das schon für Birnen Gesagte. Viele der alten Sorten werden leider wegen der Mehltauanfälligkeit als Spalierobst ausscheiden, wenn man auf Spritzungen verzichtet. Alternativ sei auf die neuen, mehrfachresistenten RE-Sorten aus Pillnitz/Dresden verwiesen.

 

 

Birnspalier

Spalierbirne

 

Alter Spaliergarten

Alter Wandobstgarten in Potsdam / Brandenburg

 

Wandobst an Mauern

Spalierobst an Mauern im Obstgarten

 

Blühender Spalierbaum

Blühender Spalierbaum, historische Aufnahme

 

Neue Apfelspaliere

Neu angelegtes Apfelspalier in Moritzburg / Sachsen

 

Birnenspalier

Winterliches Birnenhochspalier in Mittelschwaben, historische Aufnahme

 

 

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