Hohlziegel verputzt und Rankseilsysteme

Diese Seite gehört zum Bereich "Putzmauerwerk". Häuser aus verputzten Hohlsteinen werden seit ca. 1930 gebaut, auf solchen Wänden sind Rankseilsysteme von FassadenGrün, also alle konfektionierten Bausätze aus Edelstahl fast uneingeschränkt anwendbar. Allerdings sollten verschiedene Problemzonen ausgespart bleiben, und auch bei dicken Spezialputzen können Probleme auftreten. Auf dieser Seite finden Sie dazu detailliertere Infos, auch zur Historie und Beschaffenheit von Hohlblockziegeln und zum Bohren in Hohlmauerwerk. Unverputzte Hohlsteine, z. B. als Klinker oder Kalksandsteine, werden unter "Sichtmauerwerk" besprochen.

Eigenschaften

Seit ca. 1930 wurden Ziegel nicht mehr nur massiv als "Vollsteine", sondern mit Löchern als "Lochsteine" hergestellt. Zunächst geschah dies wegen der Materialeinsparung und der geringeren Kosten beim Brennen, aber auch, um die Steine beim Verlegen über die Mörtelschicht besser "verzahnen" zu können. Bei Gebäuden, die ab dieser Zeit erbaut wurden, ist oft mit solchen Hohlräumen im Mauerwerk zu rechnen. Ab ca. 1950 gab es auch verputzte Hohlsteine aus Beton, zum Teil ausgefüllt oder ausgeschäumt. Später kam dann zunehmend das Thema "Wärmedämmung" hinzu: Mauersteine mit Hohlräumen lassen deutlich weniger Wärme aus dem Haus entweichen als Vollsteine. Die Lochsteine wurden immer weiter optimiert und bestehen inzwischen aus "mehr Loch als Stein". Mit einem Trick werden die Dämmwerte noch weiter erhöht: Dem Ton werden beim Kneten Zusätze wie Sägemehl o. ä. zugemischt, die beim Brand der geformten Steine verbrennen und poröse Hohlräume in den ohnehin dünnen Stegen zurücklassen. Besonders bekannt sind hier "Poroton"-Steine ("poröser Ton").  Zusätzlich gibt es noch Steine, bei denen die Hohlkammern ausgeschäumt oder mit Dämm-Material gefüllt sind.

Grundsätzlich werden Hohlsteine heute unterschieden in solche mit dichtem oder porösem Gefüge, wobei die letzteren wie beschrieben geringere Festigkeit in den Stegen haben. Die Grad der Porosität ist von außen nur schwer erkennbar, am ehesten noch am Gewicht der Steine.

Ausnahmefall: Zweischaliges Mauerwerk

In Ausnahmefällen werden verputzte Hohlsteine auch als Außenschale einer "Sandwich"fassade eingesetzt. Hinter einer ca. 10 cm starken, verputzten Hohlsteinwand kommt beim Bohren dann ein größerer Hohlraum von wiederum ca. 10 cm Dicke, der mit Luft und / oder Dämm-Material gefüllt ist, bevor dann die eigentlich tragende Wand aus Beton oder anderen Mauersteinen folgt. Solche Fassaden sind als "Wetterschalen" zu betrachten und nur eingeschränkt für die Befestigung von Ranksystemen geeignet.

Problemzonen

Über Fenstern ist ggf. mit Rollladen- oder Jalousiekästen zu rechnen, in die am besten gar nicht gebohrt wird. Ebenfalls über Fenstern (Stürze) und im Bereich von Geschossdecken, Ringankern und wandintegrierten Stützen kommt es oft vor, dass diese als Beton-Bauteile rückspringend versetzt und mit speziellen Sandwich-Ziegeln nebst integrierter Dämmschicht wandbündig verkleidet sind, bevor gleichmäßig der Endputz aufgetragen wird. So werden Wärmebrücken im Bereich der Betonteile vermieden. An einzelnen Stellen oder (bei älteren Bauten) auch großflächig entlang dieser Problemzonen ist mit einer direkten Schicht Wärmedämmung (4 - 6 cm) zu rechnen. Hier kann unmöglich werden, Standard-Halter für ein Rankseilsystem oder ein Spalier zu befestigen - s. unten. Diese Stellen sind nach dem Verputzen nicht mehr sichtbar, sind aber durch Abklopfen vor Beginn der Bohrarbeiten erkennbar.

Problematisch können auch Spezialputze mit mehr als 2 cm Stärke sein.

Rankseilsysteme für Hohlmauerwerk

Grundsätzlich sind hier alle Bauweisen von FassadenGrün geeignet, die massive mit WM 12153 jedoch nur mit den dort gemachten Einschränkungen, besonders bei sehr leichten Hochlochziegeln, wo die Festigkeit des Steinmaterials doch gravierend eingeschränkt ist. In den oben genannten Problemzonen sind ggf. Kreuzhalter WM 12XX2 einzusetzen. Werden Kunststoffdübel wie DH 10065 benutzt, ist die jeweils größere Variante zu bevorzugen.

Bohrungen in Hohlsteine

Solche Wände lassen sich gut anbohren, aus dem FassadenGrün-Werkzeug sind alle Bohrertypen verwendbar. Die oben genannten, gedämmten Zonen sollten beim Bohren ausgespart oder gesondert behandelt werden, durch Abklopfen vor Beginn der Bohrarbeiten sind sie oft erkennbar. Hohlsteine mit einem hohen Anteil von Luftkammern ("Poroton") sind generell ohne Schlag oder Hammerfunktion zu bohren, weil sonst in den schmalen Stegen Abplatzungen entstehen und die Tragfähigkeit der Verdübelung drastisch sinkt. Deshalb wird auch mit einem kleineren Bohrer vorgebohrt. Probleme können auftreten, wenn in Randbereiche der Stege gebohrt wird und die Bohrung "wegläuft" und schief wird. Durch Aufbohren und Einkleben der Dübel mittels Verbundmörtel lässt sich dies korrigieren. Bitte nutzen Sie auch die allgemeinen Hinweise unter Bohrarbeiten.

Rankseilsystem 4030 an einer kräftig eingefärbten Wand aus Hohlziegeln (Hochlochsteinen)
Rankseilsystem aus Edelstahl
Hochlochsteine vor dem Verbau, hoher Lochanteil und poröses Gefüge
Poroton oder Eder Hochlochziegel
Neubau mit Hochlochziegeln, partieller Einbau von dämmenden Styropor-Platten an möglichen Wärmebrücken, ergänzend zu der umlaufenen Verkleidung der Betondecke. (Detail zum Foto oben)
Hohlsteine mit Dämmung
Mischbau aus Hohlmauerwerk (rotbraun) und aus mit Wärmedämmung (weißrosa) kaschierten Betonstützen und -Riegeln. Im hinteren Bereich ist eine gedämmte Stütze in das Mauerwerk integriert.
Wandintegrierte Stützen
Zweischaliger Wandaufbau: Tragende Betonwand, Wärmedämmung, Außenschale aus Hohlsteinen mit historisierenden Elementen
Zweischaliges Mauerwerk aus Hohlsteinen