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Robinienholz für Rankgerüste

Sowohl bei klassischen Gittern als auch bei Sonderformen kommt irgendwann die Frage nach dem besten Holz. FassadenGrün empfiehlt hier hochwertiges Hartholz aus Robinie, lateinisch "Robinia pseudoacacia", auch als "Falsche Akazie" oder "Akazienholz" bekannt. Robinenienholz hat eine fast doppelt so hohe Festigkeit wie Eiche und ermöglicht beim Spalierbau schlanke Profile. Zugleich hat es eine gute Resistenz, so dass die Kontaktstellen von Holm und Lattung nicht faulen. Wir verkaufen dieses Holz ab Sommer 2022. Bitte nutzen Sie auch unsere Übersicht zum Thema "Rankgitter aus Holz".

Robinienholz
Robinienholz

Robinie: ein fast vergessenes Nutzholz

Als hochwertig bekannt, wurde Robinienholz trotzdem von Tischlern gemieden, denn aufgrund seiner außerordentlichen Härte und Zähigkeit lässt es sich schwer bearbeiten und neigt zu Verwindung. So fand es früher nur im Bergbau Verwendung, stützte zum Beispiel die Stollen. Schließlich ist Robinienholz stabiler als Eiche! Inzwischen ist Robine ein echter Teak-Ersatz und wird hauptsächlich für Gartenmöbel und Spielgeräte genutzt.

Robinienholz bei FassadenGrün

Ab Sommer 2022 bieten wir gerades, getrocknetes Spalierholz mit Profil 26/26 sowie 26/40 in den Längen 2,0m, 2,8m, 3,2m, 4,0m und 6,0m! Es handelt sich um "gezinkte" Ware, das heißt, jeder Stab ist aus ausgesuchten, besten Stücken von 60 - 90 cm Länge Kamm-förmig zusammengeklebt. 2 - 3 Seiten sind gehobelt, 1 - 2 Seiten fein gesägt, der Preis wird bei 8 - 15 Euro pro laufendem Meter liegen, Sperrgutzuschlag schon inclusive. Robinienholz braucht keinen Anstrich, lässt sich aber ggf. nach unseren Erfahrungen mit "Schwedenrot", mit Standölfarbe oder auch mit "Eitempera" farblich behandeln.

Alternativ kommen auch weniger hochwertige Spalierhölzer wie Eiche, Esskastanie und Lärche infrage. Letztlich sind sogar alle anderen Nadelhölzer geeignet, dann jedoch mit Anstrich bzw. Imprägnierung.

Natürliche Imprägnierung

Wichtig zu wissen: Robinienholz ist giftig, und das als Imprägnierung wirkende, im trockenen Holz sicher gekapselte "Robinetin" - ein Alkaloid - kann durch spanende Bearbeitung (Sägen, Bohren, Schmirgeln) freigesetzt werden und zu Übelkeit u. a. führen. Das "Einsägen" von Robinie wird deshalb im Sägewerk im Nassschnitt oder mit sicherer Absaugung ausgeführt. Auch Latten für Rankgerüste sollten im Freien oder in belüfteten Räumen gesägt werden. Die hohe Resistenz gegen pflanzliche und tierische Schädlinge wird nur vom Kernholz erreicht, was aber (nur) ca. 70-80 % des Stammquerschnittes ausmacht. Die innersten Jahresringe wiederum haben zwar hohe Festigkeit, sind aber nur ungenügend imprägniert und weniger resistent.

Latten und Pfähle

Pfähle sind meist kürzer als Latten und zudem unten gespitzt, können also auch ins Erdreich geschlagen werden. All diese gesägten "Profile" kommen aus Ungarn, Serbien, der Slowakei oder Ukraine, denn nur dort gibt es Plantagen mit geraden Stämmen. Unsere Latten sind kammergetrocknet und dadurch  "lufttrocken", sie verziehen sich kaum noch und können demzufolge an nur 2 Punkten befestigt werden.

Gespitzte Stäbe sind preiswerter, weil nicht getrocknet und auch kaum sortiert. Das Holz kann hier noch sehr frisch bzw. feucht sein, ggf. mit schimmel-ähnlichen Ausblühungen im Holzbündel, und es kann sich beim Trocknen verziehen. Das ist zu beachten, wenn solche Hölzer als Spalierlatten verwendet werden. Ein geringer Verzug mit leichten Krümmungen usw. muss jedoch kein Makel sein, sondern kann dem Spalier eine urwüchsige Note geben. Latten, die an mindestens drei Punkten befestigt sind und somit zwangsweise gerade gehalten werden, können auch an der Fassade noch trocknen.

Anwendungen mit Erdkontakt

In warmen, trockenen Ländern mit Sandböden haben Weinbergpfähle aus Robinie eine jahrhundertelange Tradition. Auch deutsche Winzer haben das probiert, wurden aber enttäuscht, wenn Stäbe und Pfähle nicht die gewünschte Haltbarkeit erreichten und vorher in Bodennähe brachen. Auch im "Wasserbau" wird Robinie nach anfänglicher Euphorie nicht mehr eingesetzt.

Allgemein lässt sich sagen: Im Erdreich kann Robinienholz als Rundstamm ohne vorherige Trocknung  verbaut werden, ein gewisser Querschnitt (ungeschält über 20 cm, abgefräst über 15 cm) ist jedoch Voraussetzung für eine dem Anwendungszweck angepasste Haltbarkeit. In Weinbergen z. B. sind das 25 bis 30 Jahre, denn dann wird die komplette Anlage umgepflügt und neu "aufgerebt". Im Privatgarten hingegen machen 10 - 20 Jahre Haltbarkeit Robinienstäbe immer noch attraktiv gegenüber unbehandeltem oder imprägnierten Holz!

Auch halbierte oder geviertelte Rundstämme haben sich bewährt, z. B. für Einfriedungen, Koppeln usw.. Der Holzquerschnitt wird hier besser genutzt, und die hohen Sägewerkskosten fallen nicht an. In vielen deutschen Gegenden stehen Robinienbestände, mitunter auf Wald- und Straßenränder beschränkt. Die Stämme sind jedoch krumm und nicht zur Gewinnung von Latten geeignet. Wenn jedoch große Mengen Stämme benötigt werden, lohnt es sich, bei den örtlichen Forstverwaltungen nachzufragen.

Ein Hartholz - Nageln nicht möglich!

Bei der Verwendung von Robinie ist außerdem noch zu beachten: Das "steinharte" Holz lässt sich quasi nicht nageln. Jede Verbindung muss aufwendig gebohrt und geschraubt werden! Das gilt auch für die Spalierschrauben und Krampnägel von FassadenGrün.

Rankgitter mit Robinienholz kurz nach Montage
Spalierholz aus Robinie
Robinenspalier mit silbergrauer Patina, ca. 3 Jahre nach Montage, Winterbild.
Spalier aus Robinienholz
Robinienlatten mit Verzug
Spalierlatten Robinie
Spielgerät aus Robinie
Spielgerät Robinie
Uralte Robinie
Uralte Robinie in Putbus
Splintholz hopp, Kernholz topp: hier bei einem Schwemmholzstamm aus Eiche
Splintholz und Kernholz
Viertelstämme aus Robinie als Weinbergpfähle
Viertelstämme aus Robinie als Weinbergpfähle
Schnittholz aus Robinie
Schnittholz Robinienholz