Bohrarbeiten für Kletterhilfen

Nach dem Kauf einer Kletterhilfe von FassadenGrün - für Pflanzen wie Blauregen, Rosen, Clematis oder andere - folgt dann stets das Anzeichnen und Bohren. Dazu finden Sie auf dieser Seite Tipps und Regeln, die Aufzählung erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie versteht sich als Ergänzung zu den jeweiligen Produktblättern und wendet sich an Laien und Heimwerker, die eher selten Befestigungen ausführen. Für einige Wandtypen gibt es dort noch spezielle Hinweise, so z. B. für Beton und Putzmauerwerk.

  • Jede Bohrung für Kletterhilfen stellt einen risikobehafteten Eingriff in ein bestehendes Gefüge dar. Informieren Sie sich deshalb über Art und Beschaffenheit Ihrer Wand.

  • Stellen Sie sicher, dass im Bereich Ihrer Bohrungen keine Kabel, Rohrleitungen u. ä. im Mauerwerk liegen. Die "Unterputz"-Verlegung solcher Leitungen wird u. U. auch außen praktiziert.

  • Auch Bohrungen in Bereiche von Fensterstürzen, Geschossdecken, Ringankern und ähnliche können je nach Wandtyp problematisch sein und sind von daher besser auszuschließen.

  • Bringen Sie bei frei stehenden Mauern aus gemauerten Ziegeln oder Natursteinen möglichst keine Bohrungen in Randbereiche (weniger als ca. 25 cm vom Mauerrand) ein, weil unter späterer Belastung ggf. Risse und Abplatzungen entstehen. Befestigungen in Nähe der Mauerkrone oder der Mauer-Ränder sollten "spreizdruckfrei", also ohne Dübel, sondern durch Verklebung mit Verbundmörtel erfolgen.

  • Führen Sie liegende Befestigungen (für Drahtseil-Fußpunkte in Betonborde usw.) wegen der Abdichtung nur mit Verbundmörtel aus.

  • Zeichnen Sie die Bohrpunkte in Form eines Fadenkreuzes an (Foto).

  • Benutzen Sie bei schlechten Lichtverhältnissen und Blendung zusätzlich einen zweiten, andersfarbigen Stift zum sicheren Wiederfinden der angezeichneten Stellen (Foto).

  • Benutzen Sie Bleistifte, Fettkreiden u. ä., deren Spuren sich mit einem Radiergummi vollständig entfernen lassen. Machen Sie ggf. an einer unauffälligen Stelle eine Probe.

  • Zeichnen Sie erst ALLE Punkte an, bevor Sie mit dem Bohren beginnen. So können Sie ggf. noch Korrekturen vornehmen.

  • Benutzen Sie vor allem bei langen und hohen Strecken und bei mehreren Bohrpunkten hintereinander eine Maurerschnur oder einen Laser zum lot- und waagerechten Einmessen der Bohrpunkte (Fotos).

  • Wenn die harmonische Einordnung der Kletterhilfe an repräsentativen Wänden eine besonders große Rolle spielt, verfahren Sie am besten folgendermaßen: Markieren Sie alle Bohrpunkte kräftig an der Wand und machen Sie einige Fotos. Drucken Sie diese aus, zeichnen Sie entsprechend der sichtbaren Bohrpunkte alle Seil-Linien ein, vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer Planung und besprechen Sie es ggf. mit dem Auftraggeber, bevor Sie mit dem Bohren beginnen. Auch eine direkte Visualisierung der Kletterhilfe durch kleine, eingeschlagene Nägel und Maurerschnur (Foto) ist möglich.

  • Bohrungen > 8 mm sind mit einem kleineren Bohrer (8 mm) vorzubohren, erst danach wird der "richtige" Bohrer angesetzt.

  • Bei großen Bohrdurchmessern und bei harten Untergründen - s. oben - ist statt einer Schlagbohrmaschine ein Bohrhammer erforderlich.

  • Stellen Sie sicher, dass die Schäfte Ihrer Bohrer und die Werkzeugaufnahme der Bohrmaschine zueinander passen, so dass die Bohrer fest im Futter sitzen.

  • Verwenden Sie neue, scharfe Bohrer aus unserem Sortiment. Alte Bohrer sind oft abgenutzt, schlagen und vibrieren beim Bohren und erzeugen nicht den genau nötigen Loch-Durchmesser.

  • Sichern Sie bei Höhenarbeiten den Umkreis gegen herab fallende Gegenstände.

  • Arbeiten Sie ggf. mit Schutzbrille und Haarschutz (Helm, Mütze oder Kopftuch).

  • Ermitteln Sie die nötige Bohrlochtiefe nach den Angaben des Dübels (meist Dübellänge zzgl. ca. 1 cm) und stellen Sie die Bohrtiefe wenn möglich über einen Anschlag ein.

  • Arbeiten Sie am besten zu zweit, so dass eine Person bohrt und die andere die korrekte Haltung der Maschine von oben und von der Seite kontrolliert, ggf. mittels Wasserwaage und Winkel (Fotos). So vermeiden Sie schiefe Bohrungen.

  • Lange Wandhalter mit freistehendem Schaft unterliegen bei Belastung einer elastischen Verformung zur Seilkraft hin, etwa im Bereich von 0 bis 2 mm. Setzen Sie deshalb Bohrungen für Endhalterungen von Seilen etwas schräg, rückwärts geneigt zur Zugspannung, also maximal ca. 2 - 5 Grad abweichend von der Normallinie, damit das Element sich besser gegen die Last "stemmen" kann und der optische Eindruck korrekt bleibt. Wird zu stark schräg angesetzt, ist ggf. die Funktion von Stützscheiben nicht mehr gewährleistet. Für Zwischenhalter ist ein Schräg-Setzen nicht erforderlich.

  • Durch Vorbohrungen mit geringerem Durchmesser können Sie ggf. zunächst den Untergrund "erkunden" und ein fehlgeleitetes Loch dann aufgrund seines geringeren Durchmessers besser verschließen. Das Verschließen von Fehlbohrungen erfolgt mit einer geeigneten Spachtelmasse oder -mischung für den Außenbereich.

  • Um Abplatzungen zu vermeiden, sollte das Anbohren (ca. 1 cm) immer ohne Schlagwerk erfolgen, es wird ggf. erst anschließend zugeschaltet.

  • Beobachten Sie den Verlauf Ihrer Bohrarbeiten, vor allem das gleichmäßige Eindringen des Bohrers. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten, beenden Sie die Arbeit und untersuchen Sie die Ursache, zum Beispiel durch Hineinleuchten mit einer Punktlichtquelle. Im Negativfall handelt es sich um eine Fugenbohrung, die mitunter nicht für eine Befestigung mit Dübeln taugt. Auch ein angebohrter Steinrand oder eine Steinecke - erkennbar an unruhigeren Bohrgeräuschen, am "Weglaufen" des Bohrers und an der Farbe des Bohrmehles - scheiden aus, hier wird dann mit Verbundmörtel befestigt. Ebenso sind Hohlstellen, alte Holzdübel oder Gipsstellen zu behandeln.

  • Fangen Sie während des Bohrens den Bohrstaub auf oder saugen sie ihn ab. So vermeiden Sie hässliche Staubfahnen, die sich mitunter schwer entfernen lassen. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel ein mittels plastischer Knetmasse unter das Bohrloch geklebter, eckiger Becher, von Malern als "Naumannscher Kasten" bezeichnet und nach dem Bohren wieder abnehmbar.

  • Vor dem Einsetzen von Dübeln sind Bohrungen auszubürsten und auszublasen, wenn möglich auch noch auszusaugen. Sie sollten über solche Geräte zum Reinigen der Bohrungen verfügen oder diese ggf. im Onlineshop kaufen.

  • Für Wandhalter mit Stützscheiben muss eine genügend große, plane Auflagefläche sichergestellt sein. Durch Abmeißeln oder auch Abschleifen mit grobkörnigen Sandpapier lässt sich diese auf jedem Untergrund herstellen.

  • Fehlbohrungen werden mit einer baumarktüblichen Dicht- und Spachtelmasse für den Außenbereich verschlossen. Mit aufgesammelten und aufgestreuten Bohrstaub lässt sich das Erscheinungsbild des verschlossenen Loches der Umgebung angleichen.

 

 

Kletterhilfe aus Edelstahl-Drahtseil
Kletterhilfe aus Edelstahlseil, für eine Kletterrose
Arbeiten mit Maurerschnur
Arbeiten mit Maurerschnur, hier Montage von Spalierankern
Visualiserung der künftigen Kletterhilfen
Visualiserung der künftigen Kletterhilfen mit Maurerschnur
Anzeichnen der Bohrpunkte
Waagerechtes Bohren
Ausfräsen einer Dämmung
Ausblasen von Bohrlöchern
Wandhalter in Reihe
Bei längeren Strecken bereitet das waagerechte Anzeichnen oft Probleme und führt dann zu mangelhaft ausgerichteten Halterungen. Hier sind gespannte Schnüre oder Lasergeräte schon beim Anzeichnen zu verwenden.
Kletterhilfe Edelstahl
Bohrungen für stark belastete Endhalter von Kletterhilfen können ca. 3 - 5 Grad schräg nach außen angesetzt werden, damit sich die Halter dem Seilzug entgegen "stemmen" können.