Details beim klassischen Spaliersystem aus Holz

Auf dieser Seite des Kapitels "Klassische Rankgitter" geht es um Fragen wie die Gestaltung der Lattenköpfe, Abstände und Querschnitte von Holmen und Latten sowie um das "Verlängern" von Hölzern. Die Themen "Wandabstand", "Befestigung" und "Spalierhalter" werden gesondert besprochen. Diese Seite wird umgebaut und ist voraussichtlich Mitte 2018 fertig.

Hausbegrünung mit Weinreben an einem alten Spaliersystem aus Holz

Abstände der waagerechten Riegel

Abhängig vom Lattenquerschnitt sind aller 1,5 - 2 m Querriegel erforderlich, um das Spalier ausreichend zu fixieren.

Abstände der senkrechten Latten

Der Abstand der Latten voneinander wiederum beträgt ca. 15 - max. 35 (40) cm, je nach Ästhetik, Holzquerschnitt und Art der Rankpflanzen. Üblich sind 22 - 25 cm.

Einfachstes Spalier
Einfachstes Spalier mit geringem Lattenabstand (ca. 22 cm)

Holz-Profile

Die vertikalen Latten haben meist einen quadratischen Querschnitt von 25 - 27 mm und wirken dadurch grazil. Stärken von 30 mm sind schon sehr kräftig, bei schweren Obstspalieren mitunter aber auch erforderlich.

 

Latten-Überstand

Auch die Quer-Riegel stehen meist gering über, so ca. 5 cm.

Rosenspalier aus Holz mit kurzen Latten-Überständen.
Spaliersystem aus Eichenholz mit Weinrebe. So sieht ein kurzer Latten-Überstand dann im Detail aus. Die Lattenköpfe sind hier nur gerade abgeschnitten und mit Fasen versehen.
 

Gestaltung der Latten-Köpfe

Meist erhalten die Lattenköpfe des Spaliersystems einen Gehrungs-Schnitt von 45 Grad, aber es sind auch andere, dekorative Formen möglich.

Altes Spaliersystem aus Holz. Der Schrägschnitt der Lattenköpfe fördert den Wasserablauf von der Wand weg. Ein Gewindebolzen dient als historischer Spalier-Anker.
Neues Rankgitter aus Hartholz (Robine), Schrägschnitt an oberen und unteren Lattenköpfen, und zwar so, dass das Wasser stets weg von der Wand abgeleitet wird.
Auch die unteren Latten-Enden werden angeschrägt, um ein Abtropfen des Wassers von der Wand weg zu unterstützen.
Kunstvoll angespitze Spalier-Latten
Eine gelungene Detaillösung für Köpfe von flachen Spalierlatten
Doppelt angeschrägte Lattenköpfe
 

Verlängerung von Latten und Holmen

Senkrechte Latten bei großen Rankgittern lassen sich gut verlängern, während bei Holmen eher "Mut zur Lücke" gefragt ist, auch um sinnvolle Trennlinien zu schaffen.

Sehr lange Latten können aus 2 Stücken mit Schrägschnitt angesetzt werden. Hier: Robinienholz mit "Schwedenrot" gestrichen.
Blattung von Spalierlatten
Die Blattung von Querholmen ist - zumindest bei nicht imprägniertem Holz - anfällig für Schäden durch eindringendes Wasser. Es sollte lieber die rechts abgebildete Lösung gewählt werden.
Verbindung zweier Holme aus Robinienholz mit einer Lasche aus Edelstahl
Querholme werden am besten durch Ansetzen eines weiteren Holzes mit einer Leerstelle verlängert, die nachher kaum auffällt. Jeder einzelne Querholm braucht mindestens 2 Verankerungen an der Wand, ggf. je nach Typ des Ankers auch mehr.
Beim fertigen Rankgitter fallen die Lücken nicht unangenehm auf.
 

Aufbinden der Kletterpflanzen

Wie kommen die Pflanzen dann ans Spaliersystem? Entweder mit eigenen Ranken (Dauerblüher und Clematis) oder zusätzlich mit Bindematerial, wie hier gezeigt wird.

Manche Pflanzen ranken sich selber am Spalier fest, wie hier Weinreben.
Für das Anbinden der Triebe empfiehlt sich elastisches Bindematerial.
Zusätzliche waagerechte Drähte an Krampen EK 02550 erleichtern bei Wein das Einranken der grünen Triebe - die Bindearbeiten werden minimiert.
Dicke, alte Triebe (hier Wein) werden außen ans Spalier gebunden.