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Aprikose als Spalierobst

Aprikosen sind sehr gesund, was die Blätter anbelangt. Allerdings werfen sie Früchte ab, wenn die Faktoren Wärme und Wasser nicht stimmen. Werden sie aber an eine Hauswand gesetzt und sind dort vor zuviel Kälte und Regen geschützt, gedeihen die Früchte besser. Im milden Weinbauklima sind Aprikosen als Spalierobst oft sogar einfacher zu kultivieren als Pfirsiche!

(auch "Marille" genannt, lat.: Prunus armeniaca, auch Armeniaca vulgaris)

Aprikose mit reifen Früchten

Ansprüche / Bezugsquellen

Bevorzugt im Weinbauklima, also in Lagen, wo Winterfröste unter 20 - 25 Grad kaum zu befürchten sind. Es genügen dann halbschattige Standorte. Aprikosen reagieren empfindlich auf Spätfrost, die Kultur als Spalierobst an einer (ungedämmten) Hausfassade hilft hier sehr, weil der Wärmeverlust des Gebäudes die Aprikose dann vor zu tiefen Temperaturen schützt. Wände mit Dachüberstand sind besonders günstig, weil die Marillen dann auch vor zu viel Regenwasser geschützt sind. Der Boden sollte "offen", also frei von anderem Bewuchs sein, Mulchung der Pflanzscheibe ist empfehlenswert. Außerhalb der Weinbaugebiete Südwände und ausschließlich die (frostharte) Sämlingsunterlage "Hinduka" oder besser Pflaumen-Unterlagen verwenden, s. bei Pfirsich. Pflanzen erhalten Sie über die örtlichen Gärtnereien oder über den Versandhandel.

Eigenschaften und Schnitt

Wuchstyp am Obstspalier: Formgehölz. Aprikosen blühen im zeitigen Frühjahr weißrosa, die Früchte reifen dann im Sommer. In der Zeit nach der Blüte sollte zusätzlich bewässert werden, sonst Fruchtabwurf. Krankheiten und tierische Schädlinge sind kaum zu befürchten, aber zu viel oder falsche Düngung beeinträchtigen den Geschmack. Bekannteste Sorten in unseren Breiten sind "Nancyaprikose" (süß und aromatisch) und "Ungarische Beste" (frostfester, aber saurer im Geschmack).

Rankhilfen an Fassaden

Geeignete Seilsysteme siehe unten, schwere / massive Bausätze, in Ausnahmefällen auch mittlere Bausätze. Oft auch Holzspaliere.

Aprikosen wachsen sehr "sparrig" und lassen sich für Spalierobst nur schwer in Formen zwängen, anzustreben ist eine freie Fächerform wie bei Weinreben. Im Weinbauklima geht auch eine Doppel-U-Form (4 senkrechte Äste), dann mit 80 cm Abstand der Äste untereinander wegen des langen Fruchtholzes. Damit sich die Triebe auch zwischen den 80 cm- Achsen anbinden lassen, ist ein Achsraster der dominanten Achsen von 35 - 40 cm empfehlenswert, Details s. bei "Formgehölze". Die Äste werden an der Kletterhilfe befestigt, diese muss das Stammgerüst sicher an der Wand verankern und entsprechend stabil sein.

Geeignete Seilsysteme?

Bitte klicken Sie auf das Bild, um zur Eignungstabelle nach unten zu springen.

Aprikose als Spalierobst
Aprikosenbaum an einem Seilsystem
Marillenbaum am Wandspalier
Marille am Spalier

Geeignete Seilsysteme für Aprikosen

Bitte klicken Sie auf die Grafiken, um die Detailansicht des jeweiligen Systems aufzurufen!

 = geeignet             = bedingt geeignet             = nicht geeignet