Dieses Konzept steht zwischen der klassischen, bodengebundenen Begrünung und den “Living Walls”. Für die Aufstellung von Pflanzkübeln benötigt es “Laubengänge”, Balkone oder Plattformen am Gebäude.
“Regalsysteme” erfüllen hohe ökologische Ansprüche in verdichteten Bereichen. Das Konzept eignet sich für repräsentative Gebäude, für Innenstadt-Lagen, Firmensitze oder auch schlichtweg dort, wo ein grüner Sichtschutz gewünscht wird. Die Investitionskosten können bei 450 bis weit über 1.000 Euro pro Quadratmeter begrünter Fläche liegen (Stand 2020).
Vom Bauherrn “Ferdinand Piëch Holding GmbH” und dem Architekten Christoph Ingenhoven als Leuchtturm-Projekt geplant, hat diese mehrere Millionen Euro teure Grünfassade so ziemlich alle Erwartungen übertroffen. In der Vorbereitung wurde auch nichts dem Zufall überlassen! Für alle vier Himmelsrichtungen wurden Pflanzen an Musterwänden erprobt.
In dieser Fotogalerie wird versucht, die vielen am Pilotprojekt eingesetzten Pflanzen in ihrer gestalterischen Wirkung zu zeigen. Wenn nichts Anderes vermerkt ist, wurden die Fotos Anfang April 2024 gemacht.
Wünschenswert sind hier natürlich wintergrüne Pflanzen, aber sommergrüne Arten sind oft schöner. Mit einer Mischung aus beiden lassen sich tolle Effekte erzielen. Arten mit schwachem bis mittelstarkem Wuchs sind zu bevorzugen, weil dann der Pflegeaufwand (Schnitt) begrenzt ist. Unübersichtlichen Fitze und Knäuel sollen nicht entstehen! Auch Arten wie Hopfen, die viel abgestorbene Pflanzentriebe erzeugen sind eher zu meiden, denn sie bilden “Totholz” und werden dann womöglich zu einer “Brandlast”. Insgesamt ist die Kultur im Kübel eine Herausforderung, nicht alle Pflanzen mögen das.
Begrünung in “Regalbauweise” lässt sich mit der klassischen, bodengebundenen Begrünung kombinieren! Auch wenn dieser Weg am oben genannten Pilotprojekt nicht gegangen wurde… Die Begrünungs-"Grundlast" kann über unten im Erdboden wachsende Pflanzen kommen, ggf. auch mit der Aussicht, mehrere Jahre auf den Erfolg und die gewünschten Begrünungs-Höhen warten zu können. Die “Regal”-Begrünung ist sofort, also schon im ersten Jahr sichtbar, verdichtet schließlich das Erscheinungsbild und setzt zusätzliche Akzente wie Blüten usw..
Eine automatische Bewässerung, am besten mit Düngung, ist teuer, aber nachhaltig, denn solange sie funktioniert, sind die Pflanzen grün und vital. Die Kosten dafür sind entsprechend hoch. Bei großen Grün-Flächen wiederum ist die Bewässerungsanlage deutlich wirtschaftlicher, wenn ihr Preis auf die Anzahl der Quadratmeter umgerechnet wird. So eine Anlage muss natürlich auch gewartet werden, damit die Leitungen nicht verkalken, damit auch im Winter eine Befeuchtung stattfindet usw.. Aber man muss es klar sagen: Automatische Bewässerung ist die beste Lösung!
Begrünungen in “Regalbauweise” sehen oft simpel aus, sind aber ziemlich teuer, wie der Kostenvergleich zeigt. Nicht immer gelangen solche schön dargestellten Grünfassaden dann auch tatsächlich zur Ausführung, gerade in Zeiten extrem steigender Baukosten.
Diese Art Fassadenbegrünung basiert auf Kübeln bzw. Gefäßen, in denen die Pflanzen wachsen. Oder auch nicht wachsen, womit wie beim zweiten Problem wären: Es kommt vor, dass solche Begrünungen nach 1 - 2 Jahren noch nicht annähernd die gewünschte Blattmasse zeigen, die prognostiziert war.