Welches Begrünungskonzept passt am besten? Während das schnelle Ergebnis für “wandgebundene Begrünungen” spricht, punktet die klassische, “bodengebundene Begrünung” mit geringen Preisen. Die nachfolgenden Werte helfen, früh eine Entscheidung zu treffen!

“Ohne Rankhilfe” (Selbstklimmer)
Investitionskosten:
10–50 €/m²
Kosten für Unterhalt / Pflege:
5–50 €/m² und Jahr

“Mit Rankhilfe”
Investitionskosten:
100–250 €/m²
Kosten für Unterhalt / Pflege:
5–50 €/m² und Jahr

“Regalsysteme”
Investitionskosten:
450–1.500 €/m²
Kosten für Unterhalt / Pflege:
Keine Werte bekannt

“Living walls”
Investitionskosten:
450–1.500 €/m²
Kosten für Unterhalt / Pflege:
20–150 €/m² und Jahr
Folgende Kosten wurden unten erfasst, variieren aber stark je nach Begrünungshöhe und nach Größe der Begrünungsfläche:
Nicht erfasst sind die Kosten für Konsolen aus Beton oder Stahl, Laubengänge, Wartungsgänge, Sicherungsnetze für die pflegenden Gärtner, Technikraum, Leitungen und Durchdringungen (Brandschutz). All diese Kosten können gerade bei wandgebundener Fassadenbegrünung zusätzlich eine Rolle spielen.
Eine wandgebundene Begrünung kommt meist sofort in den normalen Pflegezyklus mit 2 - 3 Pflegegängen pro Jahr. Gießen ist hier aufgrund der automatischen Bewässerung nicht nötig, aber Schneiden, Formieren und Austausch abgestorbener Pflanzen.
Eine bodengebundene Begrünung wiederum braucht zunächst eine “Anwuchspflege”, die hauptsächlich aus regelmäßigem Gießen besteht. Es folgt eine “Ferigstellungspflege”, die sich über mehrere Jahre hinzieht, genauer gesagt bis die gewünschte Wuchshöhe bzw. das Begrünungsziel erreicht sind. Hier geht es um Gießen, Anbinden und Verschneiden, ggf. auch um den Aufbau eines geometrischen Astgerüstes wie bei Obstspalieren.
Ausschlaggebend für die Höhe der Pflegekosten ist vor allem die Anzahl der nötigen Pflegegänge, und auch der Einsatz zusätzlicher Ressourcen wie Leitern, Hubsteiger, Hubbühnen, Absperrungen im Straßenraum usw..
Hier war eine ambitionierte Begrünung in “Regalbauweise” geplant! Leider hat das Geld nicht gereicht, und so fiel sie dem Rotstift zum Opfer. Wie auch die kubischen Gauben auf dem Dach. Eine gemeinnützige Genossenschaft, die Sozialwohnungen baut, hat eben zu wenig finanzielle Reserven, um Preissprünge aufzufangen. Um solche Fälle zu vermeiden, lohnt sich frühzeitig eine Abwägung zwischen den Begrünungs-Konzepten. Voraussetzung dafür ist, die “Preisschilder” siehe oben zu kennen, und zwar sowohl bei Investitionskosten als auch bei den jährlichen Pflegekosten.
Die Kosten zu kennen ist wichtig für all jene, die eine professionelle Fassadenbegrünung suchen, also eine “All inclusive”-Variante mit Pflanzen, Pflanzung, Rankhilfen, Montage und Pflege. Die höchste Stufe davon ist das “Rundum-Sorglos-Paket”, wo der Auftraggeber an seine Begrünung selbst nie Hand anlegt. Dies ist ein Spezialfall besonders hoher Qualität und findet sich vorrangig am oberen Ende der jeweils aufgezeigten Preis-Spanne.
Bei den eigentlich preiswerten “bodengebundenen Begrünungen” wird es dann deutlich teurer, wenn Pflanzen gewählt werden, die eine Rankhilfe brauchen. Eine Bewässerungsanlage ist ein weitere Kostentreiber, bei “wandgebundenen Begrünungen” aber ist sie fast immer schon dabei. Und auch gedämmte Wände, sehr kleine Begrünungen oder besonders stark wüchsige Pflanzen, die kräftige Ranksysteme erfordern, können die Kosten pro Quadratmeter nach oben treiben. Des Weiteren gilt: Durch Schwierigkeiten auf der Baustelle (z. B. Termindruck und Enge) erhöhen sich die Montagekosten oft enorm.