Nach unten offene Formsteine, Rohrabschnitte, Hülsen o. ä. sind genial: Sie vereinen die Vorzüge von Pflanzkübeln mit denen einer Erdpflanzung. Der Eingriff in eine mit Steinen gepflasterte Fläche ist zunächst minimal, aber mit solcherart “Starthilfe” entwickeln sich die Kletterpflanzen bald so, als wären sie direkt in den Erdboden gesetzt worden.
In Gärtnereien ist folgendes Phänomen bekannt: Pflanzen im Topf, die lange an einem Ort standen und nicht bewegt wurden, wachsen durch das Bodenloch des Topfes nach unten, verwurzeln sich im Erdreich und müssen dann abgerissen werden. Die im Boden verbleibenden Wurzeln sind mitunter so vital, dass aus ihnen eine neue Pflanze entsteht!
Diese Erkenntnis lässt sich in der Praxis anwenden, wenn keine angemessen große Pflanzgrube erstellt werden kann. Zum Beispiel dann, wenn Leitungen im Erdreich liegen oder der Boden sehr steinig ist, aus Bauschutt besteht usw..
Weil solche Pflanzstellen eher austrocknen als eine gewöhnliche Pflanzgrube, brauchen sie in den ersten Monaten mehr Aufmerksamkeit. Es muss öfter gewässert werden als bei einer normalen Pflanzgrube, am besten 2 x wöchentlich, in Hitze-Perioden täglich. Sobald die Kletterpflanzen aber das darunter liegende Erdreich erobert haben, erfolgt die Wasserversorgung wie bei einer normalen Erdpflanzung.
Für eine solche, aufgesetzte Starthilfe eignen sich besonders handelsübliche Pflanzsteine aus Beton. Sie können abgerundet oder auch rechteckig sein. Allerdings sind sie eher für schwach bis mittelstark wüchsige Kletterpflanzen geeignet, da sie nur ein begrenztes Volumen haben. Auch ästhetisch sind sie oft nicht die erste Wahl, vor allem im öffentlichen Straßenraum. Es gibt aber Sonderlösungen für gehobene Ansprüche.
Mitunter werden erhöhte Pflanzstellen auch durch geschichtete Natursteine oder durch U-förmig vermauerte Steine abgegrenzt. Letzteres ist quasi die “Berliner Variante” und findet sich dort in gehäufter Form. Solche Lösungen bieten mehr Volumen und sind ästhetisch ansprechender. Gemauerte Lösungen sind allerdings nur zwei bis drei Jahrzehnte haltbar, wie die Bilder zeigen.
Es gibt allerhand weitere, kreative Lösungen auf diesem Feld, wie die folgenden Bilder zeigen.