Klassik-Kordon

  (Senkrechtkordon mit Zapfenschnitt)

 

 

 

 

 

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Diese sehr alte Erziehungs-Form eignet sich für schmale Wandflächen, wie sie zwischen Fenstern entstehen, genau so wie für breite Wände, besonders bei nur geringen Höhen. Gerade bei Reben, die sortenbedingt schwachwüchsig sind oder bei solchen aus Steckholz (also unveredelte Reben) sowie bei kargem Boden ist sie praktisch. Der Rebstock wird sehr langsam aufgebaut, schon bei Höhen über 2 m kann dies viele Jahre dauern. Dafür entsteht ein kräftiges Stammgerüst, das auch die unteren Zapfen in späteren Jahren sicher versorgt.

Aufgrund der seit ca. 100 Jahren praktizierten Veredelung auf starke Unterlagen, die heute in den Weinbaugebieten wegen der Reblausgefahr sogar zwingend vorgeschrieben ist, sind heutzutage aber fast alle Reben mehr oder weniger starkwüchsig und können entsprechend schneller aufgebaut werden. So wird in der Praxis meist der Schnellwuchs-Kordon bevorzugt.

 

Erforderliche Wuchskraft: für schwach bis mittelstark wüchsige Reben, für Reben ohne Veredelung

 

Pflanzabstand an breiten Wänden: ca. 1,5 m

 

Rankhilfen: Seilsysteme für Reben. Es genügt ein senkrechtes Drahtseil oder ein Draht, drei parallele Vertikalstränge (Abstand 30 - 40 cm) sind oft günstiger, damit junge Reben sich auch zur Seite verhakeln bzw. sie angebunden werden können. So wird die Laubwand gleichmäßiger verteilt. Holzspaliere sind gut geeignet.

 

Aufbau: Es wird unten der Aufbau vom 3. - 5. Jahr dargestellt. Die Erziehung  im 1./2. Jahr ist für alle Spalierreben ähnlich und unter "Erziehung" beschrieben. Dort erfahren Sie auch, wie die Wuchskraft Ihrer Reben einzuschätzen ist. Die vertikale Verlängerung pro Jahr beträgt nur ca. 20 bis 30 cm, also 2 neue "Abgänge"

 

Schnitt: vergleichsweise unkompliziert,  Zapfenschnitt und Sommerschnitt

 

 

  

Klassik-Kordons, mit Sommerschnitt

 

Nach dem Winterschnitt

 

Aufbau einer "Palmette" in U-Form mit 2 "Klassik"-Kordons, schematisch.

 

 

 

 

 

Beginn des Frühjahrs-Austriebes an einem Klassik-Kordon

 

 

 

Austrieb im Frühjahr

 

Palmette (mehrere parallele Kordons aus einem Rebstock) vor dem Winterschnitt

 

 

 

 

 

Aufbau im 3. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

Bild 01: Winterschnitt nach dem 2. Jahr

 

 

Bild 02: Nach dem Winterschnitt, daneben das "Blenden" überflüssiger Augen  bis zur festgelegten Höhe

 

 

Bild 03: Austrieb im Frühjahr

 

 

Winterschnitt nach dem 2. Jahr

Aus dem 2. Jahr wird ein kräftig gewachsener Weinstock mit senkrechter  Stammverlängerung und 2 "Abgängen" übernommen (Bild 01). Die Stammverlängerung wird auf eine Länge von ca. 20 bis 30 cm geschnitten, die Zapfen auf 2 Knospen (Bild 02). Bitte ggf. die Details zum Schnitt beachten!

An der Stammverlängerung müssen drei Knospen  verbleiben (Bild 03). Die weiter unten liegenden werden ausgebrochen, "geblendet", und zwar etwa dann, wenn am Wollig-Werden und Anschwellen aller Knospen sicher ablesbar ist, dass sie den Winter überlebt haben. So kann die Kraft des kleinen Stockes sofort den Trieben zugute kommen, die am Stock bleiben.

Mitunter aber ist es sicherer, mit dem Ausbrechen zu warten, bis alle Triebe ca. 20 cm lang sind und die verbleibenden durch Anbinden bereits vor einem späteren Abbrechen geschützt sind.

 

Anbinden der Neutriebe

Allgemein werden neue Triebe, die Trauben bringen, nicht unbedingt angebunden, da es zu aufwändig ist. Weil es sich aber hier auch um Triebe handelt, die für das künftige Stammgerüst nötig sind, ist das Anbinden zu empfehlen, um ein Wegbrechen zu vermeiden (Bild 04/05).

 

Sommerschnitt im 3. Jahr

Sich bildende Geiztriebe aus den Blattachseln können zunächst verbleiben, da ein zu zeitiges Kappen starken Neutrieb derselben auslöst. Etwa Ende August sollten dann alle neuen Haupttriebe auf ca. 10  Augen (Blätter) oder ca. 1,0 bis 1,5 m Länge eingekürzt werden (Bild 06), um ein gutes Ausreifen der unteren, "basalen" Knospen in den Blattachseln anzuregen. Geiztriebe werden gekappt und ggf. nachbehandelt wie hier gezeigt.

Trauben können bleiben, wenn der Stock insgesamt kräftigen Wuchs zeigt. Sind aber zwei an einem Trieb, sollte unbedingt die außen liegende gekappt werden (Bild 06), da sonst die Holzreife gefährdet ist.

 

Winterschnitt nach dem 3. Jahr

Dieser erfolgt jetzt und in den Folgejahren zunächst (Bild 08-A) genau so wie nach dem 2. Jahr (Bild 01), nur jetzt in der oberen Hälfte des inzwischen gewachsenen Stockes. Zusätzlich werden die Abgänge der unteren Hälfte wieder auf "zweiäugige" Zapfen eingekürzt, aber in 2 Schritten wie dargestellt (Bild 08-B bis Bild 08-D).

 

Folgejahre

Die Behandlung wiederholt sich, bis die gewünschte Höhe erreicht ist: Der Stock schließt dann ca. 20 - 50 cm unter der Oberkante des Spaliers mit einem Zapfen ab, die letzte Stammverlängerung wird weg geschnitten. Alle Abgänge werden künftig mit dem Zapfenschnitt behandelt.

 

 

Bild 04: Anbinden an Holzspalier

 

Bild 05: Anbinden an Draht oder Drahtseil

 

 

 

 

Mitte bis Ende 3. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

Bild 06: Sommerschnitt im August. Bei guter Entwicklung können an jedem Trieb schon 1 - 2 Trauben hängen.

 

 

Bild 07: "Reife" Seitentriebe im Herbst nach dem 3. Jahr

 

Bild 08: Schnitt, Zusammenfassung aller folgenden Schritte aus Bild 08-A bis 08-E in einem Bild

 

 

Bild 08-A: Einkürzen des Leittriebes und der oberen, neu gewachsenen "Abgänge"

 

Bild 08-B: Entfernung überflüssiger Ruten und Stummel an den älteren Zapfen. Es wird jeweils die weiter vom Hauptstamm entfernte Rute komplett weg geschnitten.

 

Bild 08-C: Nach den Schritten 08-A und 08-B

 

 

 

Übergang zum 4. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

Bild 08-D: Auch die verbliebenen Ruten werden nun noch auf zweiäugige Zapfen geschnitten.

 

Bild 08-E: Nach dem Winterschnitt, daneben wieder das "Blenden" oder Ausknipsen  überflüssiger Knospen

 

Bild 09: Abgeschlossener Winterschnitt, Austrieb im Frühjahr

 

 

 

Mitte bis Ende 4. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

Bild 10: Sommerschnitt im August am üppig entwickelten Rebstock

 

 

Bild 11: "Reife" Seitentriebe im Herbst nach dem 4. Jahr

 

Bild 12: Schnitt, Zusammenfassung aller folgenden Schritte aus Bild 12-A bis 12-E in einem Bild

 

 

 

Bild 12-A: Einkürzen des Leittriebes und der oberen, neu gewachsenen "Abgänge"

 

 

Bild 12-B: Entfernung überflüssiger Ruten und Stummel an den älteren Zapfen. Es wird jeweils die weiter vom Hauptstamm entfernte Rute komplett weg geschnitten

 

Bild 12-C: Nach den Schritten 12-A und 12-B

 

 

 

Übergang zum 5. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

Bild 12-D: Auch die verbliebenen Ruten werden nun noch auf zweiäugige Zapfen geschnitten.

 

 

Bild 12-E: Nach dem Winterschnitt, daneben wieder das "Blenden" oder Ausknipsen  überflüssiger Knospen

 

Bild 13: Abgeschlossener Winterschnitt, Austrieb im Frühjahr

 

 

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