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Weinberg-Erziehung

Die sehr effektive Weinberg-Erziehung ist auch für Rebzeilen im Hausgarten, für Zäune und frei stehende Spaliere interessant. Das Besondere ist, dass meist mit kurzem Stamm gearbeitet wird, ein Stammgerüst wie bei anderen Erziehungsformen wird quasi nicht aufgebaut.

Weingarten mit Reben am Drahtrahmen
Weingarten mit Drahtrahmen
Weinberg in Freyburg/Unstrut
Weinberg bei Freyburg/Unstrut
Trauben im Weingarten
Früchte in einem Weingarten
Drahtrahmen mit Reben als Sichtschutzzaun an einer Dorfstraße
Bei Hanglage wird meist nur 1 Bogen (hier ein so genannter Halbbogen) geschnitten und hangabwärts gebunden.
Die Rute steht an einem (hier nicht sichtbaren) Stützpfahl, ggf. sind die Bindungen zu erneuern.
Jetzt wird die vertikale Position des künftigen Kopfes festgelegt, alle darunter wachsenden Triebe werden ausgebrochen. Der Weinstock darf maximal 2 - 3 kleine Trauben tragen.
Einkürzen der Fruchtrute auf 8 - 12 Augen, später Biegen / Binden, Ruten dabei ggf. etwas drehen, um Splittern zu vermeiden.
Maximal 1 aus dem "Kopf" kommender wilder Triebe (Wasserschoss 01) darf bleiben, alle anderen, besonders an anderen Stellen des Stammes (Wasserschoss 02) werden abgestreift. Jede Rute darf 1 - 2 Trauben tragen, überzählige werden abgeknipst.
Einkürzen der beiden Fruchtruten auf ca. 9 - 11 Augen, später Biegen / Binden, Ruten dabei ggf. kräftig drehen. Die Ruten werden am besten auch 2 - 3 mal um den uneren Draht gedreht und somit fixiert (an Wänden nicht unbedingt erforderlich). Knospen dabei aber nicht abschaben!
1 bis 2 aus dem "Kopf" kommende wilde Triebe (Wasserschoss 01) dürfen bleiben, alle anderen, besonders an anderen Stellen des Stammes werden abgestreift. Jede Rute darf 1 - 2 Trauben tragen, überzählige werden abgeknipst.
Einkürzen der beiden Fruchtruten auf max. 13 Augen, dann Biegen / Binden, Ruten dabei kräftig drehen und 2 - 3 mal um den unteren Draht herum winden (an Wänden nicht unbedingt erforderlich). Auch in den Folgejahren immer max. 12 - 13 Augen anschneiden. Es werden dann immer vor dem Schnitt 2 Ruten gesucht, die nahe am Kopf, aber trotzdem auseinander stehen und sich gut biegen lassen. Nach dem 6. / 7. Jahr, wenn schon viele Wasserschosse am Kopf weggeschnitten wurden, ist der Kopf durch die entsprechenden Verwachsungen "fruchtbarer", und dann können auch neue Wasserschosse direkt als Fruchtruten verwendet werden. In den ersten Jahren sind sie meist unfruchtbar, die aus ihnen kommenden Triebe tragen also keine Trauben.
Ältere Rebe im Weinberg nach Schnitt, Biegen und Binden, als Reserve steht hinter der linken Rute hier noch ein Wasserschoss, der gleich entfernt wird.
© Fassadengruen, 2011