Pfahlreben

 

 

 

 

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Mit der Pfahl-Erziehung lässt sich an jeder beliebigen, sonnigen Stelle im Garten ein Weinstock ziehen! Mit mehreren Pfahlreben in Reihen oder Gruppen kann sogar - ganz ohne Drahtrahmen - ein kleiner Weingarten geschaffen werden.

 

Aufbau: Der Wein wird an einen ca. 1,5 - 2 m hohen Pfahl gesetzt und gemäß der Anleitungen des 1. Jahres behandelt. Der Pflanzabstand bei mehreren Stöcken beträgt ca. 1 m. Im 2. Jahr ist der Wuchs einzuschätzen und danach eine der beiden nachfolgend gezeigten Erziehungs-Formen zu wählen.

 

Ganzbogen-Erziehung: Für stark wüchsige Sorten und solche, deren Neutriebe eher streng aufrecht wachsen und sich kaum buschig im Raum verteilen. Der Aufbau wird unten gezeigt.

 

Vertiko: Hier wird ein Haupttrieb am Pfahl senkrecht hochgezogen oder sogar darum gewickelt. Diese Erziehung ist vor allem in Osteuropa, im sächsischen Elbtal  sowie an der Mosel bekannt. Sie eignet sich für schwach und mittelstark wachsende Reben, also solche mit sehr biegsamen Trieben. Der Rebstock wird als Schnurbaum gezogen, Grafiken zum Aufbau finden Sie dort.

 

 

 

Wein im Garten

Pfahlreben, einzeln oder in Gruppen

 

Weingarten am Hang

Frei stehender Wein am Pfahl

 

Einzelpfahl-Erziehung Wein

Pfahlreben in einem Weingarten

 

Bogreben

Bei pilztoleranten Reben kann ein Ganzbogen auch bodennah und flach gebunden werden, dann bleibt die Laubwand niedriger.

 

 

 

 

 

Ganzbogen Reben

Rebe mit Ganzbogen im Winter nach Schnitt, Biegen und Binden.

 

Wein Garten

Zwei Vertikos nach dem Schnitt

 

 

 

Ganzbogenerziehung

Pfahlrebe mit Ganzbogen im Sommer

 

Vertiko

Mehrere "Vertikos" im Hausgarten mit oberem Rankdraht, nach dem Schnitt

 

 

 

 

Ganzbogen-Erziehung

 

 

 

 

 

 

1. / 2. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

Bild 01: Wachstum und Ausbrechen  im ersten Jahr. Der Pflanzpfahl si hier nicht mit gezeichnet.

 

 

Bild 02: Winterschnitt im 1./2.  Jahr.

 

Bild 03: Ausbrechen von Knospen im Frühjahr des zweiten Jahres, Triebwachstum der 5 verbliebenen Knospen. Diese Triebe werde am Pfahl angebunden und im Sommer auf ca. 1 - 1,5 m Länge eingekürzt.

 

 

3. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 04: Vorschnitt. Die fünf Triebe waren im Sommer eingekürzt und am Pfahl angebunden worden. Die oberen 3 Triebe werden samt Stammabschnitt entfernt, die unteren 2 verbleiben, selbst wenn sie etwas schwächer entwickelt sind.

 

 

Bild 05: Fruchtholzschnitt. Die weiter oben stehende Rute wird lang, auf "Bogen geschnitten, je nach Entwicklung auf 8 - 12 Augen. Sie soll in diesem Jahr Triebe mit Früchten liefern.

Die untere Rute wird zu einem "Ersatzzapfen" formiert und entsprechend eingekürzt. Sie liefert zwei kräftige Triebe für das Folgejahr, von denen dann wiederum einer zur Fruchtrute und einer zum neuen Ersatzzapfen wird.

 

 

Bild 06: Damit ist die Rebe im Prinzip fertig erzogen, und zwar auf einen kurzen Stamm mit einem "Abgang" im oberen Bereich, der Fruchtrute und Ersatzzapfen umfasst.

Die Fruchtrute wird vorsichtig gebogen, ggf. auch "geknirschelt", und dann als "Ganzbogen" angebunden. Näheres dazu und auch die Fortsetzung für die Folgejahre finden Sie beim langen Schnitt. Im Sommer werden die Triebe locker am Pfahl gebunden und gemäß dem Sommerschnitt behandelt.

 

 

 

ungünstige Knospenverteilung

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 07: Vorschnitt analog zu Bild 04.

Am künftigen Ersatzzapfen sind die Knospen jedoch ungünstig verteilt, weil nicht die 2., sondern die 3. außen steht. Es ist bei dieser Schnittform aber zwingend erforderlich, dass die künftige Fruchtrute aus einer außen stehenden Knospe gezogen wird, weil die Rute sonst das strenge Biegen mit engem Radius nicht übersteht und ausbricht.

Deshalb ist in diesem Fall wie folgt zu verfahren:

 

Bild 08: Fruchtholzschnitt analog zu Bild 05. Der Ersatzzapfen wird jedoch auf 3 Augen geschnitten, damit am Zapfenende eine mehr nach außen, vom Pflanzpfahl weg zeigende Knospe steht. Die mittlere Knospe ist überflüssig und störend und wird am besten gleich beim Winterschnitt ausgebrochen, sonst wird dieser Arbeitsgang leicht vergessen.

 

Bild 09: Nach Winterschnitt und Ausbrechen.

 

 

 

 

Folgejahre

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 10: Beginn 3. Jahr, nach dem Schnitt (noch einmal wie Bild 06). Die gesamte Fruchtrute nebst allen Neutrieben wird zu Beginn des 4. Jahres weg geschnitten, der Ersatzzapfen verholzt dann weiter (von ocker zu dunkelbraun)

 

 

Bild 11: Beginn 4. Jahr, nach dem Schnitt. Der schräge Ersatzzapfen des Vorjahres ist jetzt in der Grafik dunkelbraun, sein oberster Trieb ist die neue Fruchtrute, der untere ist neuer Ersatzzapfen geworden.

 

Bild 12: Beginn 5. Jahr, nach dem Schnitt. Die Bindung wurde gelockert und der sich langsam verdickende Stamm etwas nach rechts am Pfahl gerückt. Aus dem gerade nach oben stehenden Ersatzzapfen des Vorjahres  (Bild 11) wurde wieder eine neue Fruchtrute und darunter stehend ein neuer Ersatzzapfen formiert. Dieser Prozess wiederholt sich Jahr für Jahr und ist detailliert im Bereich langer Schnitt erklärt.

 

 

 

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