Senkrechtstamm bei Reben

  (Senkrecht-"Kordons")

 

 

 

 

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Die Senkrecht-Erziehung war früher bei Haus- und vor allem Gewächshausreben verbreitet. Es handelt sich um strenge Systeme an Rankhilfen, die den Rebstock vertikal oder schräg entwickeln, um hochwertige Tafeltrauben zu erzeugen. Die Methode war in Frankreich lange bekannt und wurde für Deutschland von Hardy/Jäger im Werk "Der Obstbaumschnitt", Erfurt 1855 als "Herzstamm" beschrieben. Sie wird auch als "senkrechter Kordon" oder "senkrechter Schnurbaum" bezeichnet.

Leider geriet die Form in Vergessenheit, da die Traubenkultur unter Glas in Belgien, Holland, England und auch Deutschland kaum noch eine Rolle spielt. Die billigen Importtrauben aus Südeuropa werden in niedrigen Drahtrahmen oder Über-Kopf, jedenfalls nicht mit Vertikalerziehung erzeugt. Auch an Hauswänden konnte sich die Form nur bedingt durchsetzen, da es meist an Engagement für den strengen Schnitt fehlte.

Bei schmalen, senkrechten Flächen und/oder bei hohen Ansprüchen an Weintrauben aber ist die Senkrecht-Erziehung auch in Deutschland aktuell und wird deshalb hier beschrieben. Wände lassen sich mit dieser Form relativ übersichtlich begrünen. Das gilt auch für breite Flächen, dort werden mehrere Reben nebeneinander gesetzt. Was anfangs streng und naturfremd aussieht, ist bald jedem "freien" Spalier überlegen: Es gibt kein langwieriges Sortieren von Trieben, der Schnitt wird zur Routine und ist schnell erledigt, das Stammgerüst bleibt überschaubar.

Allerdings sollte eines der nachfolgenden Systeme gewählt und konsequent umgesetzt werden. Die Kennzeichnung der einzelnen Varianten mit Lifestyle-Attributen wie "Premium-Kordon" usw. dient lediglich der besseren Orientierung. Wenn Sie den Links folgen, ist bei allen Systemen jeweils der Aufbau ab dem 3. Jahr dargestellt. Die Erziehung  im 1./2. Jahr ist für alle Spalierreben ähnlich und unter "Erziehung" beschrieben. Dort erfahren Sie auch, wie die Wuchskraft Ihrer  Weinstöcke einzuschätzen ist. Diese Erkenntnis brauchen Sie für die Auswahl des richtigen Systems.

 

 

Reben als "Schnellwuchs-Kordon", Austriebszeit

 

 

 

 Varianten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnellwuchs

Klassik

Premium

Spezial

 

Vertiko

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Schnellwuchs-Kordon

Ideal für Einsteiger, deckt 80 - 90 % aller Anwendungsfälle ab, für schmale Flächen (< 1m), einfach im Schnitt, schneller Aufbau in die Höhe, geringer Aufwand bei Rankhilfen. Im Dauer-Ertrag nicht ganz stabil. Für mittel bis stark wüchsige Reben. Mit Fotobeispielen zum Aufbau.

 

Klassik-Kordon

Alte, zuverlässige Form für schmale Flächen (< 1m), einfach beim Schnitt, aber langsamer Aufbau in die Höhe. Geringer Aufwand bei Rankhilfen. Für schwach bis mittelstark wüchsige Reben.

 

Premium-Kordon

Optimale Form für breitere Wandflächen (> 1m), sehr hohe Erträge, aber professioneller Schnitt erforderlich, langsamer Aufbau in die Höhe. Für stark wüchsige Reben.

 

Spezial-Kordon

Eine Sonderform für Reben, die als starkwüchsig bekannt sind oder sich nachträglich als solche erweisen und in jedem Fall aber mit einem nur schmalen Wandstreifen (< 1m) auskommen müssen. Sehr hoher Ertrag, aber professioneller Schnitt erforderlich.

 

Vertiko

Eine aus den anderen Formen entstandene Variante für Reben, die nicht an einer Wand, sondern frei am Pfahl stehen.

 

Die so genannte "Palmette" ist keine eigene Form, sondern die parallele Anordnung mehrerer Kordonarme aus eine einzelnen Weinpflanze.

Die einzelnen Kordon-Arme werden dann entsprechend einer der oben gezeigten Varianten behandelt (hier Winterbild - Schnellwuchs-Kordons s. oben).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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