Fächer-Erziehung

  beim Rebstock

 

 

 

 

 

Hauptseite

▲ Kletterpflanzen

►►▲ Weinreben

►►►▲ Erziehung

►►►►●  Fächer-Erziehung ●

 

 

 

Diese Erziehungsform ist für Anfänger geeignet! Historisch ist sie als freie, wilde, unregelmäßige Form oder als Fächerspalier bekannt.  Außerhalb der Weinbaugebiete - wo man sich weniger mit Reben auskennt - ist sie wegen der einfachen Handhabung ziemlich verbreitet. Für günstige Ergebnisse sollten aber mehrere Schnittformen nebeneinander von kurz über mittellang bis lang am jeweiligen Fächer zur Anwendung kommen (s. Beschreibung am Seitenende).

Leider werden die freien Spaliere schnell unübersichtlich, wenn Stammgerüst und Abgänge nicht klar getrennt sind. Auf dieser Seite finden Sie deshalb den Neuaufbau eines Fächers ab dem 3. Jahr grafisch dargestellt, dazu auch einige Infos zu passenden Rankhilfen. Es handelt sich beim Fächerspalier um eine von vielen Varianten, die je nach Situation variiert und erweitert werden kann. Die Erziehung bis zum  zweiten Jahr wird gesondert beschrieben.

 

 

 

Rebstock am Haus - Aufbau in freier Form

Alter Rebstock, vermutlich "Königliche Magdalenentraube"

 

Rebe in freier Fächerform an Rankdrähten

 

 

Rebstöcke in Fächerform nach dem Winterschnitt auf kurze Zapfen.

 

Kleiner Weinstock in Fächerform mit langem Schnitt (Bogenschnitt), die Fruchttriebe sind hier bereits waagerecht angebunden.

 

 

 

Weinrebe in freier Form an der Dorfkirche, an Rankdrähten gemäß System 4030.

 

Aufbau einer Fächerrebe an einem Drahtseilnetz gemäß System 6040.

Vom Prinzip her ist die Fächerform eine Kombination waagerechter und schräger Kordonarme, die sich aber - im Gegensatz zu den strengen Formen - zum Zweck guter Flächenfüllung mehrfach verzweigen. Das darf jedoch nicht so dicht wie bei einem Obstbaum geschehen, sonst wird der Weinstock zu einem Gestrüppballen. Vielmehr ist die Zahl der Schenkel nebst Verzweigungen so zu begrenzen, dass zwischen ihnen 0,5 bis 1,0 Meter Abstand herrscht.

 

Rebstock an einem frei stehendem Holzrahmen, Frühjahrsaustrieb

 

Der Fächer-Erziehung verwandt ist die Form des schrägen Kordons, hier auf einer historischen Darstellung.

 

 

Rebstock beim Austrieb im Frühjahr

 

Mit gewundenen Formen beim Stammgerüst lässt sich das starre Spalier-Raster auflockern.

 

Weinrebe in freier Form an einem Metallrohr-Spalier, nach dem Winterschnitt. Geschnitten wurde hier auf Zapfen, Strecker und Bogen (oben), letztere sind nach Möglichkeit noch waagerecht zu binden..

 

 

 

 

Neuaufbau einer Fächerform

 

 

 

 

 

Ende 2. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

 

Grafik 01:Rebe am Ende des 2. Jahres mit Stämmchen und 3 gut ausgereiften Trieben

 

 

Grafik 02: Wird eine Rebe mit 5 Trieben übernommen, sollten die oberen 2 weg geschnitten und die unteren zu Stamm-Armen formiert werden.

 

 

Grafik 03: Ein Beginnen mit nur 3 Armen hat den Vorteil, dass das Stammgerüst schon an der Basis locker und nicht zu dicht wird.

 

 

 

2./3. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

 

Grafik 04: Die 3 Triebe werden breit auseinander gebogen, etwas gerichtet und an die Rankhilfe gebunden. Der Winterschnitt erfolgt auf jeweils 8 - 10 Augen.

 

 

Grafik 05: Jedem der 3 Arme werden ca. 4 Knospen für künftige Triebe belassen. An den Trieb-Enden verbleiben jeweils 1 oder 2 Knospen für die Stammverlängerung, auf den Armen in lockerem Abstand von 20 - 40 cm Triebe für künftige "Abgänge".

Nicht benötigte Knospen werden ausgebrochen.

 

 

Grafik 06: Austrieb. Die Triebe für die Stammverlängerung werden über den Sommer dann am besten schon so geheftet, dass im nächsten Winter kein aufwändiges Biegen mehr nötig ist.

Im Prinzip dürfen alle Triebe ihre Trauben behalten.

 

 

 

3./4. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Winterschnitt bei Tafeltrauben

Grafik 07: Winterschnitt. Die äußeren Triebe für die Stammverlängerung werden auf ca. 8 - 10 Augen geschnitten und an der Rankhilfe angebunden. Die künftigen "Abgänge" hingegen werden auf kurze Zapfen mit 2 Augen geschnitten.

 

 

Grafik 08: An den Trieben für die Stammverlängerung werden wieder die meisten Knospen oder kleinen Jungtriebe ausgebrochen. Es verbleiben nur pro Trieb 1 - 2 Knospen für die erneute Stammverlängerung und -gabelung sowie wiederum verteilt aller ca. 20 - 40 cm Triebknospen für weitere künftige Abgänge.

 

 

Grafik 09: Austrieb. Diese Bild sollte  vorausschauend geplant und bei der Anordnung der Abgänge auf den Stämmen berücksichtigt werden, so dass die diese nicht zu dicht angeordnet werden. Sonst behindern sich die Triebe  dann Jahr für Jahr beim Austrieb.

Ansonsten sollte alles eher unkompliziert und weniger streng als bei den anderen Formen gehandhabt werden. Die Abgänge erhalten später Schnitt auf Zapfen, weiter oben und außen dann auch auf Strecker und Bogen.

Bitte nutzen Sie ggf. noch weiterführende Infos zum Aufbau des Stammgerüstes!

 

 

 

zur   Hauptseite