Fächer-Erziehung beim Rebstock

 

 

 

 

 

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Diese Erziehungsform - auch als "freie", "wilde", "unregelmäßige" Form oder "Fächerspalier" bekannt - ist die gebräuchlichste und vermutlich auch älteste für den Rebstock an Wänden. Sie ist vor allem außerhalb der Weinbaugebiete verbreitet und den strengen Kordonformen unterlegen, da sie oft unübersichtlich wird. Der Vollständigkeit halber wird sie hier trotzdem behandelt.

 

Fächerspaliere können auch je nach Situation weiter verzweigt und variiert werden. Die Zahl der Schenkel nebst Verzweigungen ist aber so zu begrenzen, dass zwischen ihnen am äußeren Rand des Rebstockes 0,5 bis 1,0 Meter Abstand herrscht.

 

Für günstige Ergebnisse sollten am fertig aufgebauten Fächer mehrere Schnittformen zur Anwendung kommen, und zwar im unteren Bereich eher kurz über mittellang bis lang im oberen Bereich. Das erschwert die Handhabung für Anfänger. Leider werden die Spaliere dann schnell unübersichtlich, wenn aufgrund fehlender Schnittkenntnis das Stammgerüst und die Abgänge nicht klar getrennt sind.

 

 

Erziehung von Wein

Fächer-Rebe am Holz- oder Drahtspalier

 

Rebstock am Haus - Aufbau in freier Form

Alter Rebstock, vermutlich "Königliche Magdalenentraube"

 

Spalierrebe in Uckrow

Rebe in freier Fächerform an Rankdrähten

 

Fächerformen bei Reben

Freie Formen nach dem Winterschnitt

 

 

Aufbau einer Fächerrebe

Aufbau einer Fächerrebe an einem Drahtseilnetz ähnlich System 5040.

 

Mit gewundenen Stamm-Formen lässt sich das Spalier-Raster auflockern.

 

 

Reben Fächer

Rebstock beim Austrieb im Frühjahr

 

Bogenschnitt am Fächer

Kleiner Weinstock in Fächerform mit langem Schnitt (Bogenschnitt), die Fruchttriebe sind hier bereits annähernd waagerecht angebunden.

 

 

 

 

 

 

Aufbau einer Fächerform

 

 

 

 

 

 

1. / 2. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

Erziehung Kordon

Grafik 01: Wachstum und Ausbrechen im 1. Jahr.

 

Grafik 02: Winterschnitt im 1./2.  Jahr.

 

Grafik 03: Ausbrechen von Knospen im Frühjahr des zweiten Jahres, Triebwachstum der 5 verbliebenen Knospen, schematisch.

 

 

3. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

 

Grafik 04: Rebe am Ende des 2. Jahres mit Stämmchen und 5 gut ausgereiften, hier schon per Sommerschnitt eingekürzten Trieben

 

 

Grafik 05: Es werden die oberen 2 Triebe weg geschnitten und die unteren zu Stamm-Armen formiert werden.

 

 

Grafik 06: Der Beginn mit nur 3 Armen hat den Vorteil, dass das Stammgerüst schon an der Basis locker und nicht zu dicht wird.

 

 

 

Grafik 07: Die Triebe werden auseinander gebogen, gerichtet und an die Rankhilfe gebunden. Der Winterschnitt erfolgt auf jeweils 8 - 10 Augen.

 

 

Grafik 08: Jedem der 3 Arme werden 3-4 Knospen für künftige Triebe belassen. An den Trieb-Enden verbleiben jeweils 1 oder 2 Knospen für die Stammverlängerung, auf den Armen in lockerem Abstand von 20 - 40 cm Triebe für künftige "Abgänge".

Nicht benötigte Knospen werden ausgebrochen.

 

 

Grafik 09: Austrieb. Die Triebe für die Stammverlängerung werden über den Sommer schon so geheftet, dass im Winter kein Biegen mehr nötig ist.

Im Prinzip dürfen alle Triebe ihre Trauben behalten.

 

 

 

4. Jahr

 

 

 

 

 

 

 

 

Winterschnitt bei Tafeltrauben

Grafik 10: Winterschnitt. Die äußeren Triebe für die Stammverlängerung werden auf ca. 8 - 10 Augen geschnitten und an der Rankhilfe angebunden. Die künftigen "Abgänge" hingegen werden auf kurze Zapfen mit 2 Augen geschnitten.

 

 

Grafik 11: An den Trieben für die Stammverlängerung werden wieder die meisten Knospen oder kleinen Jungtriebe ausgebrochen. Es verbleiben nur pro Trieb 1 - 2 Knospen für die erneute Stammverlängerung und -gabelung sowie wiederum verteilt aller ca. 20 - 40 cm Triebknospen für weitere künftige Abgänge.

 

 

Grafik 12: Austrieb. Diese Bild sollte  vorausschauend geplant und bei der Anordnung der Abgänge auf den Stämmen berücksichtigt werden, so dass die diese nicht zu dicht angeordnet werden. Sonst behindern sich die Triebe  dann Jahr für Jahr beim Austrieb.

Ansonsten sollte alles eher unkompliziert und weniger streng als bei den anderen Formen gehandhabt werden. Die Abgänge erhalten später Schnitt auf Zapfen, weiter oben und außen dann auch auf Strecker und Bogen.

 

 

 

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