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Zum Pflanzgut
Die heute im Handel erhältlichen Reben sind
fast immer auf eine wuchsstarke Unterlage veredelt. Sie hatten im Idealfall
vor dem Eintopfen schon ein Jahr Freilandkultur hinter sich und haben jetzt
1 oder 2 grüne Triebe. Exemplare, die bereits ein
verholztes Stämmchen oberhalb der dicken Veredelungsstelle haben, sind Vorjahresware, die
erneut im Regal steht.
Und bei alten, knorrigen Reben im sehr großen
Container handelt es sich um Reben, die im Zuge turnusmäßiger
Rodungen aus Weinbergen entfernt wurden. Sie sind - wie fast alle Weinberg-Sorten
- meist mehltauanfällig.
Pflanzstelle
Alle Reben freuen sich über eine
Pflanzscheibe von 0,5 bis 1
qm. Falls dies - z. B. auf dem Fußweg vor Hauswänden - nicht möglich ist,
reicht ein tellergroße Aussparung, wenn das umgebende Pflaster einigermaßen
wasserdurchlässig ist.
Wichtig im Garten: Reben dürfen nicht in die
Nähe von Gehölzen, Stauden, Koniferen oder neben andere, alte Reben gesetzt
werden, weil sie sich wegen des Wurzeldruckes sonst nicht entwickeln können.
Mehrere Rebsorten zwecks Sortenvielfalt gemeinsam und zugleich in eine
Pflanzgrube zu setzen (Köcherpflanzung), ist hingegen möglich !
Pflanzung
Meist wird im Frühjahr gepflanzt, Containerreben
können jedoch ganzjährig gesetzt werden, solange der Boden frostfrei ist. Das Pflanzloch sollte wenigstens zwei Spaten
breit und tief gegraben werden, der Untergrund ist zu lockern. Ggf. Drainage
einbauen, Reben vertragen keine Staunässe! Pflanzpfahl setzen. Dann eine Unterschicht aus (gesiebter)
Feinerde auflegen, die Rebe ins Pflanzloch setzen, Pflanzerde einfüllen,
sorgfältig antreten, Gießring ausbilden und mit 5 - 10 Litern Wasser angießen. Der ballige Pfropfkopf sollte letztlich ca. 8
- 12 cm aus dem
Erdreich herausschauen. Die ggf. noch vorhandene Paraffinschicht schützt
vor
Austrocknung und bröckelt später
ab.
Dann die "Wurzelstange" der Reben (unterhalb der
Veredelungsstelle) an den Pfahl binden. Den kräftigen Haupttrieb ebenfalls
anbinden, ggf. weitere, sprossende Triebe ausbrechen und entfernen. Die
Pflanzscheibe ggf. mulchen. Im freien Land ist Verbissschutz gegen Rehe,
Kaninchen usw. erforderlich.
Besonderheiten bei wurzelnackten Reben
Vor der Pflanzung müssen solche Reben ca. 1
Tag mit den Wurzeln in Wasser gestellt werden. Das Beschneiden der Wurzeln
war und ist üblich, nach neueren Erkenntnissen enthalten die Wurzeln aber so
kostbare Reservestoffe, daß ein Wurzelschnitt nicht mehr empfohlen wird.
Der Austrieb kann je nach Vortriebsstadium der
Reben und Witterungsverlauf 1 - 4 Wochen dauern. Nach dem Austrieb
wird ein kräftiger Trieb angebunden und die anderen werden ausgebrochen.
Pflanzung von Steckholz
Unveredelte Reben sind zumindest in Weinbaugebieten
verboten. Dennoch wird ihre Pflanzung hier
kurz beschrieben. Die im Spätwinter geschnittenen (ca. 3 - 5 Augen), mit
PE-Folie umwickelten und im Kühlschrank aufbewahrten Steckhölzer werden
einige Stunden in Wasser gestellt und dann nebst Pflanzpfahl in die
Pflanzgrube gesetzt. Der Boden sollte aus einem Gartenerde-Sand-Gemisch
bestehen. Der Abschnitt wird so herum gesteckt, dass die Spitzen der Knospen
leicht aufwärts zeigen (ursprüngliche Wuchsrichtung), und zwar so tief, dass
die oberste Knospe noch über Bodenniveau herausschaut. Dann wird gewässert
und mit einem Häufchen Sand abgedeckt. In den Folgewochen ist die
Pflanzstelle feucht zu halten, und sobald sich Austrieb zeigt, wird
vorsichtig angebunden. Das Ganze kann auch in einem Pflanzcontainer an
geschützter Stelle stattfinden, dann wird später ausgepflanzt.
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