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Binden
Im 1. Jahr soll die
Weinpflanze einen kräftigen, langen und gut verholzten Trieb für den
künftigen
Stamm
entwickeln (Bild 01). Dieser muss direkt unten aus der Veredlungsstelle
(Verdickung) oder knapp darüber entspringen. Wachsen weitere Triebe, werden
sie ausgebrochen.
Falls Sie eine Containerpflanze gesetzt haben,
die schon oberhalb der Veredelungsstelle ein verholztes Stämmchen mit
mehreren Knospen oder grünen Trieben hatte, dann wird der unterste dieser
Triebe benutzt, die anderen werden ausgebrochen und der obere Rest des
Stämmchens weggeschnitten.
Der kleine Haupttrieb wird an den Pflanzpfahl
gebunden, z. B. mit
Elasto-Schnur. Mitunter trägt er
auch schon
eine Traube, die aber besser entfernt wird. Geiztriebe, die ggf. aus den
Blattachseln wachsen, bleiben stehen. Ein Ausreißen direkt an der
Blattachsel des grünen Hauptsprosses kann die sich dort entwickelnde
wichtige Knospe (Bild 02) schädigen oder zum vorzeitigen Austrieb bringen.
Bodenpflege
Förderlich ist es, die Pflanzscheibe ca. 5 - 8 cm hoch mit Grasschnitt, Laub oder Stroh zu
bedecken und diese Mulch-Schicht regelmäßig zu erneuern, um ein Austrocknen zu verhindern und kraftzehrende "Beikräuter" fern zu halten.
Ein Bewuchs mit Gras, Blumen usw. sollte
zumindest im 1. Jahr unterbleiben.
Gießen
Im Weinberg müssen Reben nach der Pflanzung nur
mit Regenwasser auskommen. Die Winzer sagen, der Weinstock müsse sich "hoch
hungern". So werden die Wurzeln angeregt, auf Wassersuche tief in die
Erde zu wachsen - bis zu 30 Metern. Das fördert die Aromabildung,
nicht aber die Fruchtgröße, und deshalb werden Tafeltrauben anders
behandelt, das heißt zusätzlich bewässert.
Im 1. Jahr reicht es, aller 2 - 3 Wochen zu wässern, in
Trockenzeiten öfter. Besonderes Augenmerk brauchen Reben, die unter Dachüberstand o. ä.
stehen und kaum Regen erhalten.
Düngen
In normalen Gartenböden von humos-sandig bis
lehmig werden Weinreben nach der Pflanzung nicht mehr gedüngt. Die Reben
wachsen sonst zu stark und werden anfällig gegen Pilzkrankheiten.
Sommerschnitt
Der Trieb muss - je nach Sorte verschieden -
goldbraun, braunrot oder auch graubraun "ausreifen". Schon im Spätsommer ist
zu sehen, wie diese Verholzung von unten beginnend fortschreitet.
Letztlich sollte der Trieb mindestens bleistiftstark werden,
meist erreicht er eine Länge von 2 - 4 Metern (Bild 03). Bei Erziehungsformen, die
keinen langen Stamm brauchen, kann der Trieb schon Ende August auf ca. 1,5 m
eingekürzt werden, um das Ausreifen des Holzes
und der unteren Knospen zu fördern (Sommerschnitt - Bild 04). Bei
hoher
Erziehung
entfällt der Sommerschnitt.
Maßnahmen bei schwachem Wuchs
Im Sommer wächst der Haupttrieb ca. 2-3 cm pro
Tag. Es kommt zu einer schlaff hängenden, gekrümmten Triebspitze (Bild 05).
Diese zeigt an, dass es der Rebe gut geht und sie kräftig wächst. Ist die
Triebspitze hingegen gestaucht und wenig entfaltet (Bild 06), stagniert die
Rebe. Hier ist Handeln erforderlich. Ist der Boden genügend feucht, bekommt
die Weinpflanze Licht und Wärme? Stehen andere Pflanzen in der
Nachbarschaft, leidet die Weinpflanze unter derem "Wurzeldruck"? Meist ist
das die Ursache für stagnierenden Wuchs. Dann müssen die anderen Gewächse
gerodet oder die Weinpflanze umgesetzt werden.
Es hat keinen Sinn, eine Rebe mit einem
schwachen Haupttrieb weiter aufzubauen! Wenn also trotz optimaler
Bedingungen bis zum Herbst nur ein kurzer Trieb gewachsen ist, der nicht
mindestens so dick wie ein Bleisitift ist, wird die Rebe auf 2 Augen zurück geschnitten (Bild 07). Dann muss sie das erste Jahr
erneut durchlaufen und einen kräftigen Haupttrieb bilden.
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