Sommerschnitt von Reben

 

 

 

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Der Hauptschnitt bei Reben erfolgt im Winter. Im zeitigen Frühjahr folgt das separat beschriebene "Ausbrechen", dann ggf. das "Entspitzen". Ein "Sommerschnitt" besteht im Idealfall nur darin, die reifen Trauben abzuschneiden. Selbst in den Weinbergen wurde der so genannte "Grünschnitt" wegen des Arbeitsaufwandes eingeschränkt. Bei starkem Wuchs oder für besonders "gepflegte" Spaliere kann er jedoch nötig sein, auch für hochwertige Tafeltrauben.

 

Stark wüchsige Reben neigen in der Jugend dazu, Triebe von mehreren Metern Länge zu produzieren. In der Aufbauphase, also im 1. - 3. Jahr kann dies geduldet werden, da viel Grünmasse den Stock kräftigt. In den folgenden Jahren können diese Triebe aber lästig werden. Durch ein Einkürzen wird nun aber die Bildung von Geiztrieben (Bild 02) angeregt, die bald mit solcher Heftigkeit wie vorher der gekürzte Haupttrieb wachsen können.

 

Geiztriebe  aus den Blattachseln werden allgemein nur dann gekürzt, wenn sie extrem lang oder ebenso kräftig wie der zugehörige Haupttrieb werden. Bei Reben im Aufbau werden die Geize nicht gekürzt, da sie mit ihrer Assimilation die Pflanze stärken.

 

Ein weiterer Grund für einen Sommerschnitt ist oft der Wunsch nach einem "ordentlichen" Aussehen des Weinspaliers (Bild 03). Reben ohne Sommerbehandlung sehen buschiger aus und wachsen weiter nach vorn in den Raum vor der Hauswand (Bild 04). Zudem verringern sich nach sommerlichem Schnitt auch die Arbeiten beim Winterschnitt, weil der Weinstock schon viel übersichtlicher aussieht (Bild 05).

 

Alternativ zum Sommerschnitt ist es auch möglich, alle Triebe zunächst wachsen zu lassen und den Stock beim nächsten Winterschnitt partiell oder ganz auf mittellangen oder langen Schnitt umzustellen, damit die Wuchskraft sich besser in der Trauben "austoben" kann. In späteren Jahren lässt sich dann besser ein Gleichgewicht zwischen Wuchskraft und Fruchtbarkeit herstellen.

 

Zum Sommerschnitt im weiteren Sinne zählt auch das "Entlauben" der Traubenzone ab Spätsommer. Dabei wreden einzelne Blätter, die die Trauben verdecken, entfernt, am besten in 2 - 3 Schüben innerhalb von 2 Wochen, also nicht auf einmal. Sonst besteht die Gefahr von Sonnenbrand. Die Trauben werden durch das Entlauben nicht süßer, sondern färben aber besser aus. Auch das Abtrocknen nach Regen geht schneller und dem Grauschimmel wird vorgebeugt. Im Zweifelsfall sollte das Entlauben unterbleiben.

 

 

 

 

 

Sommerschnitt am Weinstock

Bild 01: Das sommerliche Geflecht am Weinstock ist für Laien schwer durchschaubar und wird am besten in Ruhe gelassen. Lediglich allzu lange und störende Triebe werden gekürzt.

 

Geiztriebe

Bild 02: Rebenspross mit Geiztrieben in den Blattachseln.

 

Schnitt von Wein

Bild 05: Reben an Drähten im Winter vor dem Schnitt, nach Sommerschnitt

 

 

 

 

 

 

 

Wein ohne Sommerschnitt

Bild 03: An diesem Stock (im Aufbau) erfolgte kein Sommerschnitt, die langen, teils überhängenden Triebe sind zu erkennen.

 

Sommerschnitt bei Reben

Bild 04: Dieser Spaliergurt - ein waagerechter Kordon - wurde mit Sommerschnitt behandelt und sieht entsprechend "ordentlich" aus. Alle Fruchttriebe nebst Geizen sind an die Lattung gebunden und gleichmäßig eingekürzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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