Begrünung bei  Wärmedämmung

 

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Auch Wände mit Wärmedämmung ("WDVS") lassen sich begrünen! Hier werden dafür Konzepte gezeigt. Den Vorbehalten, eine Dämmung "anzubohren", stehen ausgereifte Lösungen gegenüber. Sie minimieren den Eingriff bei der Montage sowie die Bildung von Wärmebrücken und gewährleisten einen dichten, dauerhaft wetterfesten Abschluss der Bohrlöcher. Die jeweils aufgeführten Rankhilfen lassen sich gut im Selbstbau montieren.

Dämmungen sind immer verputzt und können 4 - 20 cm stark sein. Als Dämm-Material kommen flockige bis mittelharte Platten aus Mineralwolle, Styropr u. ä. zum Einsatz, im exklusiven Fall auch Schaumglas oder Kork. Die Platten werden geklebt und/oder verdübelt, oft auch zusätzlich auf Konsolblechen aufgeständert.

 

 

Standardlösung: Stützkörper

Dämmstoffe haben meist nur geringe Druckfestigkeit, ein Abstützen von Wandhaltern mit größerem Druck auf dem Außenputz ist deshalb nicht möglich. Stattdessen wird in die Dämmschicht ein Abstandssystem eingebaut, das dann Biege- und Druckkräfte aufnimmt. Dabei wird mit einer Bohrkrone eine Öffnung in die Dämmung geschnitten. Die Stützkörper können aus Metallrohr, Hartholz, ausgeschäumten Kunststoffrohr oder Vollkunststoff sein. Wandhalter der Serie WM 12XX8 für Drahtseil arbeiten  mit Distanzblöcken aus resistentem Hartholz, ebenso die AS 10XXX-Serie für Holzspaliere. Außen deckt eine Edelstahlscheibe mit Dichtung das Bohrloch ab.

 

Sonderlösungen

 

 

Langer Schaft

Eine preiswerte Variante für Dämmschichten bis ca. 6 cm Stärke sind kräftige (12 mm!) Wandhalter mit längerem Schaft, welche im tragenden Untergrund sitzen, die Dämmschicht durchstoßen und vor der Wand dank ihrer Materialstärke noch eine ausreichende Biegefestigkeit haben. Mit dem Halter WM 12XX2 lassen sich so Drahtseile und - in der abgewandelten Version AS 12XXX - Holzspaliere befestigen. Aufgrund des vergleichsweise kleinen Bohrdurchmessers ist der Eingriff in das WDVS gering. Eine Porendichtung schließt das Bohrloch ab, die schlecht wärmeleitende Schicht aus Verbundmörtel reduziert die Wärme-/Kältbrücke.

 

Stützkonus

Je dicker die Dämmung, um so länger müssen die Wandhalter sein. Entsprechend stärker sind sie auf Biegung beansprucht. Eine zusätzliche Möglichkeit, den Biegewiderstand des Elementes weiter zu erhöhen besteht in der Ausbildung eines "Stützkonus" in der durchbohrten Dämmung. Dazu wird das Bohrloch nach hinten mit einem normalen Steinbohrer konisch aufgefräst. Dann wird zeitgleich mit dem eigentlichen Bohrloch auch noch der ausgefräste Hohlraum zu ca. 2/3 mit Verbundmörtel gefüllt. Anschließend wird der Gewindeschaft drehend eingeschoben und positioniert.  Nach dem Abbinden hat sich dann ein an der tragenden Wand anliegender Stützkörper aus Mörtelmasse gebildet. So lassen sich auch Dämmungen mit 8 - 12 cm Stärke überbrücken.

 

Hartschaum-Segmente

Der nachträgliche Einbau von Stützkörpern entfällt, wenn Rankhilfen schon vor den Dämm-Arbeiten geplant werden. Systemhersteller von WDVS haben die Möglichkeit, nach der vollflächigen Rohmontage der Dämmschicht einzelne Segmente herauszuschneiden und durch Zylinder oder Platten aus druckfestem Hartschaum zu ersetzen, bevor dann Flechtgewebe und Endputz aufgebracht werden. FassadenGrün favorisert diese Lösung nicht, weil sie oft zu finanzielen Nachträgen der Montagefirmen und zu Überschneidungen bei der Gewährleistung führt. Bitte lassen Sie das WDVS komplett fertig stellen einschließlich Endputz und montieren Sie Rankhilfen dann gemäß der oben genannten Varianten selbst (am besten, während das Gerüst noch steht) oder mit einer Partnerfirma von FassadenGrün.

 

Direktbefestigung in der Dämmung

Dämmstoffdübel sind eine preisgünstige Möglichkeit zur Direktbefestigung in Dämmung. Leider sind sie nur für geringe Lasten konzipiert, also zum Anschrauben von Haustürschildern, Lampen, Briefkästen usw., aber die Fixierung leichter Pflanzen gemäß Grundform 1010 nur mit Bindematerial ist auf diesem Wege möglich. Für Drahtseile selbst ist die Lösung ungeeignet, "FassadenGrün" offeriert aber ein System mit Kunststoffseil für sehr geringe Lasten (Clematis, Winterjasmin, einjährigen Pflanzen usw.), also für die kleinflächige Begrünung z. B. neben Hauseingängen.

 

 

"Umfahren" der Dämmung

Ist ein Dachüberstand vorhanden, können dort mit Wandhaltern wie WH 07080 (bedingt auch WH 06061) Drahtseile befestigt und zum Boden geleitet werden. Dort werden Sie an Erdanker EA 12800 montiert oder mit den zuvor genannten Wandhaltern durch Verbundmörtel VM 00300 in einem Betonbord fixiert. An manchen  Gebäuden besteht auch die Möglichkeit, Wandhalter auf einem ungedämmten Kellersockel anzubringen. Auch Brüstungen von Balkon und Terrasse können als Ankerpunkte dienen. So lässt sich jedenfalls eine Dämmung quasi berührungsfrei mit Rankhilfen überbrücken....

 

Kübel und Fenstersimse

Für grüne Akzente auf einer Wand lassen sich auch Pflanzkübel am Boden oder ggf. Blumenkästen auf Fensterbänken aufstellen. Bei diesen Lösungen bleibt die Dämmung ebenfalls ohne Eingriff.

 

Vorgepflanztes Grün

Auch mit höher wachsenden Pflanzen lassen gedämmte Wände sich stilvoll begrünen, ohne dass in die Dämmung eingegriffen wird. Dazu werden Rabatten oder einzelne Pflanzgruben angelegt und mit Blumen, Stauden oder Büschen bepflanzt.

 

 

Selbstklimmer

Dies ist theoretisch die einfachste Möglichkeit, gedämmte Wände zu begrünen: Pflanzen wie Efeu und Wilder Wein halten sich selbst auf einer Fassade fest und brauchen keine Rankhilfe. Sie klettern mit Haftfüßen oder -wurzeln. Mehr als andere Kletterpflanzen neigen sie aber dazu, Bauschäden zu verursachen. Werden die Pflanzen sehr mächtig, entstehen oft Flächenlasten, für die das WDVS ggf. nicht ausgelegt ist.

 

 

 

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