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Standort und Lage |
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►►► ● Standort ●
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Kletterpflanzen, Rosen, Reben und Spalierobst haben bestimmte Lageansprüche. Hier finden Sie eine Beschreibung von Faktoren, die für eine Wandbegrünung in Mitteleuropa wichtig sind. Anhand dieser Informationen können Sie vor einer Pflanzung Ihre "Lage" beurteilen, Kletterpflanzen auswählen oder ggf. Faktoren verändern, damit eine gewünschte Pflanzenart am nicht optimalen Standort trotzdem Fuß fassen kann. |
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Für die an einer Wand entstehenden Temperaturwerte ist die Wandfarbe wichtig. Dunkle Wände erhitzen die aufsteigende Luft sehr stark.
Bei hellen Wänden können die Pflanzen das Licht stressfreier nutzen, da durch die Wandreflexion auch rückwärtige Blätter noch "gespiegeltes" Licht erhalten und besser assimilieren.
Den "Backofen"-Effekt machten sich Obstbauern über Jahrhunderte zunutze, indem sie künstliche "Talut-Mauern" schufen.
Alte, überdachte Talut-Mauern. Selbst die weniger sonnigen Rückseiten wurden - wie hier - mit Spalierobst bepflanzt.
Eine Wandbegrünung in "vollsonniger" Lage, aber in einer Bodensenke. Hier sammelt sich nachts Kaltluft, die Frostfestigkeit von Pflanzen wird auf eine harte Probe gestellt. Mit guten Sorten lässt sich dem etwas vorbeugen.
Hohe Begrünungen sind stärker dem Wind ausgesetzt als niedrige. Das ist bei der Wasserversorgung zu beachten!
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Für diese Wand beginnt von rechts gerade die tägliche Sonnenbestrahlung und dauert ca. 6-7 Stunden. Der linke Gebäudeflügel sorgt für zusätzlichen Windschutz. Bäume wie hier mindern oft Besonnung, besonders im Frühling und Spätsommer (bei niedrigem Sonnenstand).
Hier sind 4 jeweils ca. 7 m hohe Rankfelder mit Knöterich im Frühherbst an einer Ostwand zu sehen. Die Pflanze hinten links liegt im Halbschatten und hat weniger Hitze zu ertragen, sie ist noch sattgrün und dichter belaubt.
Ein großer Dachüberstand wird zunächst als "Schutz" für eine Hausbegrünung gesehen, die Bodenzone aber erhält hier oft nur sehr wenig Wasser.
Pflanzstellen an Wänden und Häusern sind meist extrem trocken - gut für das jeweilige Fundament. Oft aber ist es günstig, Pflanzgruben mit 0,5 bis 1 Abstand vom Haus weg anzulegen, damit später ohne Rücksicht auf das Gemäuer bewässert werden kann.
Pflanzungen im Straßenraum sind gefährdet, wenn sie als Hunde-Urinal dienen.
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Licht und Wärme Pflanzen brauchen Licht, um Blütenknospen zu bilden. Ebenso wichtig ist die Wärmewirkung der Sonne: An einer besonnten Ziegel-Wand kann ein Mikroklima entstehen, das Frucht- und Blütenfülle hervorbringt, die sonst im Freiland nicht denkbar sind! Zugleich speichert die Wand die Wärme und gibt sie in den Abendstunden ab, was nochmals die Reife fördert. An Holzhäusern und solchen mit Außendämmung ist dieser "Backofen"-Effekt auch vorhanden, aber deutlich schwächer. Viel Wärme fördert leider auch die Verdunstung und damit den Wasserverbrauch. Einige Arten werden unter Hitze-Stress auch stark pilzanfällig. Um die Besonnungs-Dauer einer Wand zu ermitteln, sollte ein Sonnentag Anfang Mai oder Ende August genutzt werden, um allzu optimistischen Urteilen vorzubeugen. Es wird folgende Einteilung vorgeschlagen: 1. 8-12 Stunden: exponiert, vollsonnig 2. 5-8 Stunden: sonnig 3. 2-5 Stunden: halbschattig 4. 0-2 Stunden: absonnig oder schattig Sowohl eine Südost- als auch noch eine Westwand kann demzufolge ein "exponierter" Standort sein.
Wind Jedes freie Feld ist eine "windoffene Lage" und für Kletterpflanzen nur bedingt geeignet, weil sie dort viel Wasser verdunsten. Besser sind "windgeschützte" Lagen, also Plätze, wo durch Geländeerhebungen, umgebende Bebauung oder Gehölze ein Windschutz entsteht. Stadtlagen können fast immer als windgeschützt gelten.
Boden Humusreiche Gartenerde ist der optimale Boden für Kletterpflanzen, ein Anteil von krümeligem Lehm ist meist förderlich. Ein hoher Grundwasserstand (bei ca. 0,5 bis 1 m) oder auch eine Tonschicht im Untergrund können zu bedenklicher Staunässe führen. Böden werden noch unterschieden je nach Stärke der für Wurzeln gut durchdringbaren Bodenschicht in tiefgründig (mindestens ca. 75 cm), mittelgründig (35-45 cm) und flachgründig (nur 15-25 cm).
Mulch Fast alle Kletterpflanzen waren Wald(rand)bewohner und dankbar für eine geschützte, feuchte Bodenzone, die nur geringen Wärmeschwankungen unterliegt. Im Wald war das durch eine natürliche Mulchschicht gewährleistet, bei einer Hausbegrünung muss dieser Zustand erst hergestellt werden. Das wird durch eine 6 - 10 cm starke Mulchdecke aus Laub, Stroh, Grasschnitt o. ä. erreicht, die nach der Pflanzung regelmäßig erneuert wird und auch nicht zur Schnecken-Wohnung werden darf.
Wasser Kletterpflanzen haben eine austrocknende Wirkung auf Grundmauern, die früher bewusst angewandt wurde. So muss ein Weinstock allein für 1 kg gebildete Trockenmasse (also ca. 2 kg Holz oder 10 kg Früchte) 500 Liter Wasser ziehen und verdunsten! Mit weit verzweigten Oberflächenwurzeln wird zunächst das Niederschlagswasser weggesaugt, mit Tiefwurzeln wird auch weiter unten liegende Feuchtigkeit aufgespürt. Ist eine Stelle ausgetrocknet, verkümmern dort die Wurzeln und wachsen zu einem neuen Feuchtigkeitsherd.... Diese natürliche Bodenfeuchtigkeit und auch das tiefere Grundwasser reichen aber oft nur als "Notversorgung". Aufgrund der Backofen-Wirkung - s. oben - sind fast alle Kletterpflanzen an Wänden regelmäßig zu bewässern!
Wurzelkonkurrenz Werden Rankpflanzen in den Wurzelbereich großer Büsche oder Bäume gesetzt bzw. in die Nähe stark zehrender und Wasser ziehender Pflanzen, kann das ihre Entwicklung sehr behindern. Dagegen helfen "Wurzelsperren" aus Folie, Steinplatten oder einem großen Pflanzcontainer mit ausgeschlagenem Boden. Selbst kleinere Unterpflanzungen können in der ersten Anwuchsphase für die Kletterpflanze hinderlich sein.
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