Hochbegrünung

 

 

▲ Hauptseite

▲ Ideen

►►●  Hochbegrünung ●

 

 

 

Hohe begrünte Wände wirken noch stärker als ein kleines Wandspalier. Präzise Entwurfsplanung, stabile Abstandhalter aus Edelstahl und kontinuierliche Pflege sind hier besonders wichtig, weil Leitbild und Wirklichkeit sonst auseinander klaffen. Im folgenden werden Motive für hohe Begrünungen beleuchtet.

 

 

Pfeifenwinden A. tomentosa an Rankgittern aus weinrot lackiertem Metallvierkantrohr

 

Pfeifenwinden A. macrophylla an Vertikalseilen

 

Wandbegrünung mit Blauregen an vertikalen Drahtseilen

 

Üppige Schlingpflanzen an Balkonstützen

 

Begrünter Fahrstuhlschacht

 

Überzeugende Begrünung: Pfeifenwinde an Drahtseilen.

 

Hier musste die Feuerwehr anrücken, um die mit falschen Abstandshaltern befestigten und infolge Sturmschadens gelockerten Blauregen-Spindeln zu entfernen.

 

Aufwändig: Winterliche Schnitt- und Bindearbeiten an einer hohen Spalieranlage für Weinreben.

 

Diese vielen, gut gemeinten Begrünungen mit Knöterich in einem neuen Wohnpark wurden inzwischen im Zuge von Anstricharbeiten wieder entfernt, weil den Eigentümern die Pflege buchstäblich über den Kopf gewachsen war.

 

 

 

 

Efeu (ohne Rankhilfen) an der Wartburg in Eisenach /Thüringen. Die Wirkung dieses Bild beruht auf Kontrasten, die durch regelmäßigen Rückschnitt gesichert werden. Als Andrückhilfe empfehlen sich einzelne Drahtseile und Abstandhalter aus Edelstahl (s. unten).

 

Abstandhalter WM 12133 aus Edelstahl

Massive Abstandhalter aus Edelstahl (WM 12133)

 

Wilder Mauerwein, selbst klimmend

 

Universitäts-Neubau mit frei stehenden "grünen Wänden".

 

Neubau eines Bankgebäudes mit einer "Grünwand" aus Kletterpflanzen, im Aufbau

 

An diesem Bürogebäude sollen Blauregen, Knöterich, Rankwein und Pfeifenwinde an Metallpfosten empor in Sonnenschutzgitter einwachsen und den Schutzeffekt verstärken. Die Lösung erfordert viel Pflege (Schnitt, Anleiten, Bewässern), wertet aber die Fassade auf.

 

Blauregen an einem Drahtseil-Rankgitter.

 

Schlingknöterich an einer Lagerhalle, Rankhilfe: Stahlrahmen mit Spannseilen

 

 

Mit und ohne Rankhilfen

Hohe Begrünungen lassen sich ohne oder auch mit Rankhilfen erstellen. Im ersten Fall geht es darum, mit wenig Aufwand einen großen Effekt zu erzielen. Folgerichtig werden dann "Selbstklimmer" wie Efeu und Wilder Wein gesetzt.

Um Bauschäden zu vermeiden, greifen viele Bauherren jedoch zu Kletterpflanzen, die mittels Rankhilfen und Abstandhalter - bei FassadenGrün aus Edelstahl - "gezähmt" werden. Ob Zähmung und Formierung dann wirklich stattfinden, hängt wiederum von der Pflege ab.

Die Entscheidung für oder gegen Rankhilfen wird auch von den Motiven bestimmt, die hinter einem Vorhaben stehen:

 

Ökologische Motive

Einige Städte fordern bei Um- und Ausbau in dicht bebauten Gebieten Begrünungen nach Quadratmeter-Schlüsseln, dabei wird auf eine Bewahrung oder Verbesserung des Mikroklimas abgezielt.

Allzu oft wird die Forderung als lästig empfunden und dann nur halbherzig erfüllt. Ein Kollege aus der Begrünungs-Branche berichtete, dass ein großes und zunächst nur beauftragtes, also noch nicht durchgeführtes Begrünungs-Projekt am Tag nach der Abnahme des gesamten Neubaus durch das städtische Bauamt plötzlich vom Auftraggeber storniert wurde, weil die Beamten "vergessen" hatten, nach der vereinbarten Begrünung zu sehen, jedoch per Unterschrift die behördliche Abnahme bestätigten und die Begrünung nun - ein Glücksfall für den Geldbeutel des Bauherren - "entbehrlich" war....

Wirklich überzeugend sind ökologisch motivierte Begrünungen dann, wenn nicht anonyme Forderungen, sondern Bauherren dahinter stehen, die ihre Begrünung dann mit Leidenschaft pflegen (lassen).

 

Architektonische Motive

Es liegt auf der Hand, dass mit den geschilderten Auflagen  auch schlechte Projekte befördert werden, welche die Mindestforderungen bezüglich Rankhilfen und Abstandhalter, Pflegezyklen sowie Absicherung gegen Bauschäden nicht erfüllen.

Auf der anderen Seite gibt es zukunftsweisende Projekte, wo Planer und Bauherren hohe Begrünungen mit Seilen und Abstandshaltern effektvoll einsetzen. Die Versuchung, im Entwurf mit solch "grünen" Fassaden zu spielen, lässt sich mit gut ausleben, wenn die Bauherren über die Folgekosten (Pflege) informiert sind.

Positiv zu erwähnen sind auch die vielen Eigentümer- und Mietergemeinschaften, die geschoss-übergreifende Begrünungen an Balkonen planen, aufbauen und gemeinsam pflegen.

 

Begrünung von Industriehallen

Auch an gewerblichen Objekten wie Lagerhallen, Werkhallen usw. können hohe Begrünungen auflockernd sein, gerade bei großen, strukturarmen Fassaden. Mitunter haben aber gerade bei solchen Vorhaben die Nutzer besonders wenig Interesse an Begrünung und Pflege, so dass ggf. eine Reihe davor gepflanzter Säulengehölze sinnvoller gewesen wäre.

 

"Wohnumfeldverbesserung"

Hohe Begrünungen wurden auch oft ausgeführt, um Wandflächen von Wohnbauten zu "verschönern". So wurden Vermietungsquoten gesichert und in Plattenbau-Gebieten die Verödung oder Ghettobildung eingeschränkt. Allerdings zeichnet sich auf diesem Sektor ein Ende ab: Verbesserungen am Wohnumfeld in besagten Vierteln erfolgen heute vorrangig durch "Rückbau", also durch Abriss von Gebäuden.

Hinzu kommt, dass solcherart geplante Begrünungen aufgrund von Geldmangel besonders stark unter Vernachlässigung leiden. Mitunter wurden sogar Begrünungen gerodet, und die Rankhilfen hängen bis zur Entfernung verwaist an den Fassaden.

Ein weitere Fakt, der bei solchen Begrünungen auftritt, ist die Gefährdung durch mutwillige Beschädigung.

 

Belastung und Vandalismus

Neben den üblichen Lasten durch Seil-Vorspannung, Pflanzengewicht usw.  sind ab 8 m Höhe nochmals besondere Wind"lasten" zu berücksichtigen, gerade an Gebäudeecken. Statt Kunststoffdübeln sind hier z. B. Verklebungen oder metrische Dübel für die Edelstahl-Abstandhalter anzuwenden. Besonders gefährdet sind wiederum starkwüchsige Pflanzen mit mächtigen Laubwalzen, die nicht regelmäßig beschnitten wurden und  nun dem Wind Angriffsfläche bieten.

Mit Vandalismus wie oben beschrieben ist vor allem zu rechnen, wenn Begrünungen in Problemvierteln oder schwer kontrollierbaren Bereichen liegen. Deshalb empfiehlt FassadenGrün dort vorrangig Edelstahlseile mit 4 mm Stärke und kräftigen Abstandhaltern. Zudem ist einer möglichen Tritt- und Anhängebelastung (Leitereffekt) vorzubeugen, indem waagerechte Drahtseile oder sonstige Spalierelemente erst ab einer Höhe von ca. 1,80 oder besser 2,50 Metern gesetzt werden wie beim Seilsystem 4040 beschrieben. Ggf. sind die (Solitär-) Pflanzen dann mit kräftigen Bambusstäben "anzuleiten".

 

Pflegeaufwand

Ganz allgemein empfiehlt FassadenGrün,  Rankhilfen nur bis ca. 5 Meter Höhe auszuführen. Hier lassen sich sowohl die Montage als auch die spätere Pflege (Schnitt, Ernte usw.) ohne halsbrecherische Mühe mittels Anlegeleiter bewältigen. Und gerade beliebte Pflanzen wie Reben und Kletterrosen erfordern ständige Erreichbarkeit.

Auch das artbedingt mehr oder weniger verbreitete Verkahlen der unteren Bereiche ist bei einer Gesamthöhe bis 5 Meter noch beherrschbar.

Begrünungen mit mehr als 5 m Höhe sind oft nur mit Hubbühne zu erstellen. Zugleich ist mit Folgekosten bei der Pflege zu rechnen, da hier wiederum Technik erforderlich ist. Eine Ausnahme sind Begrünungen z. B. an  Balkonsäulen, die etagenweise durch die Bewohner beschnitten werden.

Begrünungen, die nicht gepflegt werden, verwahrlosen oft zu Gestrüppwalzen mit viel trockenem Totholz und werden dadurch in der Nähe von Fenstern zu gefährlichen "Brandlasten". Im Falle überfrierende Nässe entstehen an solchen Geäst-Walzen und -Säulen dann auch Flächengewichte, welche die Standsicherheit gefährden.

 

Geeignete Kletterpflanzen

Die Pflegeproblematik betrifft ganz besonders die  Starkschlinger wie Blauregen, Knöterich und Baumwürger an Rankhilfen. Im Zweifelsfall sollte auf diese Pflanzen verzichtet werden. Bei Selbstklimmern ohne Rankhilfe wiederum sind in großen Höhen Bauschäden zu befürchten, die ggf. wieder vorbeugend einzudämmen sind.

Aber welche Kletterpflanzen sind dann pflegeleichter und von daher besser geeignet? Das wären vor allem: Einjährige, Hopfen, Akebia, Pfeifenwinde  und Wilder Rankwein.

 

Fazit

Private "Häuslebauer" sind gut beraten, im Zweifelsfall auf hohe Begrünungen zu verzichten. Sind jedoch fachgerechte Planung, Statikberechnung und alle Folgekosten gesichert, steht einer beeindruckenden Hochbegrünung nichts im Wege!

 

 

 

 

zur   Hauptseite