Infos zur Planung und Befestigung von Wandhaltern für Spaliere in Beton und Sichtmauerwerk, auch Mauerschalen d > 8 cm vorgehängt oder aufgeständert, jeweils aus Beton, Klinker, Kalksandstein, Naturstein
Beton ist eine Mischung aus "Kiesel"steinen unterschiedlichster Größen, eingebettet in graue Zementmasse. Aus massivem Beton werden vor allem Stützmauern, Lärmschutzwände, Masten oder frei stehende Abtrennungen, Bordsteine und Verkehrsanlagen gefertigt, auch Wände von unbeheizten Parkhäusern, Industriebauten usw.. Fast immer handelt es sich um "Stahlbeton", das heißt, es sind als Armierung stab- und gitterförmige Eisen eingegossen, die nicht sichtbar sind, dem Material aber Stabilität verleihen.
Wände von beheizten Gebäuden sind nie aus Massivbeton, weil Beton einen schlechten Dämmwert hat. Ist trotzdem an einem solchen Gebäude außen eine Betonwand, ist damit zu rechnen, dass dies eine "Wetterschale" ist und sich darunter noch eine gedämmte, zweite Wand befindet, wie bei allen so genannten Plattenbauten. Ist die Schale stärker als 8 cm, zählt sie zu Wandtyp A, ist sie dünner, fällt sie unter Wandtyp B.
Bitte beachten Sie die Angaben der Dübeltabelle und die Details der jeweiligen Edelstahl-Wandhalter. Es sind fast alle Halter anwendbar, vor allem mit Kunststoffdübel, metrischem Dübel und Verbundmörtel.
Bitte nutzen Sie auch die Hinweise unter Bohrarbeiten. Aufgrund der Materialhärte ist meist ein Bohrhammer zu benutzen, eine Schlagbohrmaschine reicht höchstens bei kleinen Bohrungen. Bohren Sie jeden vorgezeichneten Punkt der Rankhilfe zunächst ohne Schlagwerk an, um Abplatzungen in der Deckschicht zu vermeiden, gerade bei Sichtbeton. Spezielle Bohrer mit Beton-Schneidgeometrie sind geeigneter als Universal-Mauerbohrer.
Stockt der Bohrverlauf, sind Sie womöglich auf Bewehrungseisen gestoßen. Sie sollten besser nicht durchtrennt werden, die Bohrung ist fachgerecht zu verschließen, um ein Eindringen von Wasser und ein Anrosten der Armierung zu verhindern. Vor allem eine mehrfache Perforierung von Bewehrungseisen kann zu statischen Problemen führen. Mitunter kann auch (schief) an dem Eisen vorbei gebohrt werden. Bei Haltern bis 10 mm Durchmesser lässt sich der schiefe Schaft nach dem Eindrehen per Schlag ausrichten, 12-mm-Schäfte können ggf. vorher im Schraubstock passgenau durch Schlag geknickt und dann mit Verbundmörtel einzementiert werden, so dass der Fehler kaschiert wird.






"Sicht"mauerwerk bedeutet, dass Steine und Fugen sichtbar sind, also keinen Außenputz haben. Das ist der Fall bei historischen Wänden aus Backsteinen (gebrannte, im Ofen "gebackene" Tonsteine) bzw. Klinkern, aber auch aus vermauerten Naturstein oder modernem Kalksandstein, erkennbar an der weißgrauen Farbe. Geflieste Sockelbereiche gehören ebenfalls dazu, mitunter auch moderne Klinker- oder Natursteinwände, die als "Schale" vor einer wärmegedämmten Wandkonstruktion stehen und dicker als 8 cm sind. All diese Steine sind wetterfest und brauchen keinen schützenden Außenputz.
Ungelochte Klinker werden heute aber fast nur noch im Freiflächenbau für Wege, Mauerkronen usw. verwendet. Tauchen Klinker an neu erbauten Häusern auf, handelt es sich dagegen meist um Hohlsteine vom Wandtyp D. Auch Kalksandsteine haben meist ein oder mehrere Aussparungen und sind dann ebenso zu behandeln.
Sehr weiche und deutlich bröckelige Natursteinwände sind eher dem Wandtyp E zuzuordnen. Das gilt auch, wenn die Rankhilfe in den Fugen eines historischen Sichtmauerwerkes aus Klinkern o. ä. befestigt wird, weil die Fugen hinter einer harten, äußeren Mörtelschicht hier oft bröselig und nur wenig tragfähig sind.
Bitte beachten Sie die Angaben der Dübeltabelle und die Details bei den Wandhaltern. Normalerweise werden Seilspannsysteme und Holzspaliere im Stein und nicht in der Fuge befestigt. In Ausnahmefällen und auch, wenn Vorbehalte gegen eine "Anbohren der Steine" bestehen, ist in den Fugen zu befestigen, ggf. dann mit den o. g. Einschränkungen bezüglich der Tragfähigkeit des Fugenmörtels. Des weiteren kann es hier aufgrund der versetzten Flächen zu einem nicht einheitlichen Andrücken von Gummidichtungen der Wandhalter kommen.
Meist sind alle für den jeweiligen Wandhalter passenden Dübel geeignet. Verzichten Sie in kritischen Füllen (wirklich nur dann) auf Kunststoff- und Messingdübel, die einen zerstörerischen Spreizdruck auf das Gestein entfalten, z. B. bei schmalen Natursteinprofilen wie Gesimsen usw.. Verwenden Sie dann besser eine spreizdruckfreie Verankerung, zum Beispiel mit Verbundmörtel.
Überzeugen Sie sich vor Montage der Rankhilfe von der Tragfähigkeit des Gesteins. Stark angewitterte, gerissene Steine sind nur bedingt für Wandhalter geeignet, weicher Sandstein erst aber einer bestimmten Mächtigkeit, also Materialstärke. Ansonsten gilt das unter "Beton" Gesagte. In Klinkermauerwerk kann die Bohrung auf extrem harte Sinterstellen treffen, die durch das Zusammenbacken von Eisenoxiden und anderen Mineralien entstehen. Auch hier hilft mitunter nur ein Bohrhammer mit geeigneten, zunächst dünnen Betonbohrern, um einen Durchbruch durch die harte Stelle zu schaffen. Das weitere Aufbohren ist dann meist kein Problem. Der Bohrstaub sollte möglichst aufgefangen bzw. abgesaugt werden. Bitte nutzen Sie auch die Hinweise auf dem Merkblatt Bohrarbeiten.


