Infos zur Befestigung von Spaliergerüsten in "weiches" Mauerwerk wie Porenbeton ("Gasbeton"), Bimsstein, Lehm(formsteine), mürbe Mauerfugen usw..
Unter "Wandtyp E" zählt hier verputztes Mauerwerk, dass eine deutlich geringere Druckfestigkeit als normale Ziegelsteine hat. In erster Linie handelt es sich um Porenbeton, z. B. der Marke "Ytong", im Volksmund auch unter "Gasbeton" bekannt.
Auch Mauerwerk aus mürben Natursteinen zählt hier zum "Wandtyp E", des weiteren Wände aus massivem Stampflehm oder Lehmformsteinen. Ein weiterer Spezialfall sind die Fugen von historischen Sichtmauerwerk des Wandtyps A. Sie können hinter einer harten Außenschicht oft bröselig und damit nur eingeschränkt tragfähig sein.
"Weiches Mauerwerk" kann verputzt oder unverputzt sein, die Putzstärken können 1 - ca. 4 cm betragen. Die Putze können Styroporkügelchen (Wärmedämmputze) oder kleinste Luftblasen (Luftporenleichtputze) enthalten. All diese Putzschichten sind generell als (mit-) tragender Untergrund für Wandhalter geeignet.
Über Fenstern ist ggf. mit Rolladenkästen zu rechnen, in die nicht gebohrt wird. Über fenstern (Stürze) und im Bereich von Geschossdecken, Ringankern und wandintegrierten Stützen kommt es oft vor, dass diese als Beton-Bauteile rückspringend versetzt und mit einer Schicht Wärmedämmung (4 - 6 cm) wandbündig versehen sind, bevor gleichmäßig der Endputz aufgetragen wird. So werden Wärmebrücken im Bereich der Betonteile vermieden. Hier können Probleme bei der Befestigung von Wandhaltern auftreten - s. unten. Diese Stellen sind nach dem Verputzen nicht mehr sichtbar, aber vor Beginn der Bohrarbeiten durch Abklopfen erkennbar.


Bitte beachten Sie die Angaben der Dübeltabelle und der jeweiligen Wandhalter. Bei Porenbeton sind alle in der Tabelle empfohlenen Dübel-Kombinationen möglich. Bei sehr schwierigen, oben genannten Untergründen wird Verbundmörtel empfohlen. Solche Verklebungen sollten dann am besten mit konischem, nach hinten vergrößertem Bohrloch ("Hinterschnitt") erfolgen, indem der drehende Bohrer gegen die Bohrlochwandungen gedrückt wird und diese etwas ausfräst. Ein besonders kräftiger Hinterschnitt - mit Vorrichtungen oder Spezialbohrern - mit Aufweitung von 20 - 25 Grad kann die Haltewerte verzehnfachen!
Mit einer Klopfprobe - s. oben - werden bei Porenbeton alle Bereiche auf verdeckte Wärmedämmung untersucht. Lässt sich das Anbohren nicht vermeiden, sind dort Kreuzhalter WM 12XX2 einzusetzen.
In Massivlehm werden besonders tiefe Verklebungen (ca. 16 - 24 cm) mit überlangem Schaft und konischem, nach hinten vergrößertem Bohrloch ("Hinterschnitt") empfohlen. Bitte fragen Sie für diese Sonder-Elemente gezielt an. Bei Lehmformsteinen wiederum sind ggf. die Hinweise des Herstellers zu beachten. Dünnschichtige Lehm-Ausfachungen mit Holz-Armierung u. ä. zählen als nicht belastbarer Untergrund, hier ist in die Streben des Fachwerks statt in die ausgefüllten "Gefache" zu befestigen.
Solche Wände lassen sich meist gut bohren, wenn die möglicherweise gedämmten Problemzonen frei gehalten oder gesondert behandelt werden. Es wird zunächst immer ohne Schlagbohrwerk und auch mit einem kleineren Bohrer vorgebohrt. Lehmwände sind wie oben beschrieben zu behandeln. In Porenbeton ("Gasbeton" wie z. B. "Ytong") wird meist gar nicht gebohrt, sondern ein Loch mit baumarktüblichen Spezialwerkzeugen geschlagen. Das führt zu einer Verdichtung des Materials und besseren Haltewerten nach dem Verdübeln.
Bitte nutzen Sie auch die Hinweise unter Bohrarbeiten.





