"Wandtyp H" umfasst dünnwandige Untergründe, deren Rück- bzw. Innenseite unzugänglich ist. Zunächst sind das Verschalungen, Planken, Platten, Tafeln usw., oft vor gedämmten Wänden, aber auch Verkleidungen aus Blech, Schieferplatten u.ä. sowie Metallvierkantrohre bei Balkonstützen. Standard-Bausätze scheiden hier leider aus, aber in den meisten Fällen lassen sich Seilsysteme aus Edelstahl trotzdem befestigen. Auf dieser Seite finden Sie vier Varianten und Bildbeispiele. An dieser Seite wird gearbeitet.
Einfache Verschalungen aus Brettern oder Platten sind meist ca. 18 - 24 mm stark. Je nach Wandaufbau können die in Frage kommenden Befestigungen stark variieren.
Zur Abschätzung sind praktischerweise die Dehngrenzen der Seile anzusetzen, also 250 kg Last bei einem 3 mm Seil und 500 kg Last bei 4 mm Seil. 4 mm Seil scheidet von daher fast immer aus. Im Verbund (mit "Nut und Feder") verlegte Schalungen sind immer stabiler als Stülpschalungen u. ä.. Im Zweifelsfall sind Ausgleichsfedern in den Seilverlauf einzubauen.
Wichtig: Bei "Wandtyp H" entstehen Bauschäden, wenn Kletterpflanzen in Ritzen und Fugen wachsen.
Bitte beachten Sie die Hinweise in der Dübeltabelle, bei den jeweiligen Wandhaltern und bei Bohrarbeiten. Für bestimmte Fälle verleiht FassadenGrün auch Spezialbohrer, bitte fragen Sie ggf. an.
Bei dieser Variante werden Halterungen direkt in der Verschalung befestigt. Die Lösung ist sehr flexibel, es kann quasi an jeder beliebigen Stelle befestigt werden. Die Belastbarkeit ist hier allerdings eher gering, daher lassen sich meist nur leichte Bauweisen befestigen, und auch die erzielbaren Wandabstände liegen bei nur 1 - 2 cm. Es werden einfachste Krampen, Krampnägel oder auch Ösenschrauben wie WH 06061, WM 06030 oder WM 08080 verwendet, die dann mit einem Kragendübel oder Hohlkammerdübel verbaut werden, wobei die Dübel sich hinter der Platte verknoten oder aufspreizen. Dabei sind je nach Dübel bestimmte Mindesttiefen des Hohlraumes zu beachten. Und das jeweilige Schalbrett o. ä. muss selbst stabiler befestigt sein als die Last, die es mit dem Edelstahl-Seilsystem aufnehmen soll, was oft unterschützt wird! Gegebenenfalls muss der entsprechende Bereich mit zusätzlichen Schrauben oder Nägeln verstärkt und ausgesteift werden. In Ausnahmefällen ist auch eine mittlere Bauweise (5 cm Wandabstand) mit WM 10121 und Kippdübel möglich, die Schalung oder Platte muss dann aber schon sehr stabil und biegesteif sein. Beim Bohren wird übrigens manchmal nicht der dahinter erwartete Hohlraum getroffen, sondern das jeweilige Lattengerüst, was den Anschein einer Bohrung in Vollmaterial erweckt. Dann ist ggf. für diesen einzelnen Punkt oder auch für eine ganze Reihe von Haltern eine andere Befestigung zu wählen.
Bei dickeren oder "gedoppelten" Materialien (z. B. Verschalung mit dahinter liegender Wandbauplatte), wo die Plattenstärke insgesamt mindestens 35 - 40 mm beträgt, kommen auch Lösungen von Variante 02 - s. unten - infrage.
Wird die direkt hinter einer Schalung liegende Lattung in die Befestigung einbezogen, stehen Materialquerschnitte von 40 - 60 mm zur Verfügung. Es lassen sich dann schon höhere Lasten "eintragen" und neben leichten auch mittlere Ausführungen befestigen. Liegen - bei ungedämmten Wänden - gar tragende, kräftige Kanthölzer, also Stützen, Balken usw. dahinter, stehen Materialquerschnitte von ca. 70 - 120 mm zur Verfügung und es können an diesen Stellen alle Standard-Bausätze befestigt werden wie bei Wandtyp F.
Der Verlauf der inneren Lattung ist zumeist außen an den Nägeln, Schrauben oder Klammern ablesbar, bei verdeckter Befestigung muss die Lattung mittels Suchgerät oder durch Suchbohrungen geortet werden. Es eignen sich dann alle Wandösen mit Holzgewinde gleich/kleiner 8 mm, welche direkt verschraubt werden. Für eine mittlere Ausführung wird WM 10083 verwendet, ggf. auch als Öse.
An jedem Bohrpunkt sollte aber mit nochmals vier schrägen Probebohrungen (nach links, rechts, oben und unten) kleineren Durchmessers sicher gestellt werden, dass in etwa die Mitte der unter der Schalung liegenden Lattung und nicht ein sensibler Randbereich erfasst wurde. Es wird genügend groß vorgebohrt, dass beim Montieren der Halter die inneren Hölzer nicht durch zuviel Spreizdruck splittern. Und auch hier ist durch zusätzliche Verschraubungen von außen der Verbund von Schalung und Lattung im Bereich der Befestigungspunkte zu verstärken.
Bei dieser Variante erfolgt die Befestigung im tragenden Untergrund, z. B. bei verschalten und gedämmten Holzständer-Bauten in den kräftigen Holzständern. Deren Lage muss bekannt sein oder erkundet werden. Es kommt der Kreuzhalter WM 12XX2 zum Einsatz, eingebaut wie bei der Dämm-Lösung "Langer Schaft" oder auch - bei mehr als 4 cm Hohlraum - Dämmlösung "Stützkonus", vergleichbar der hier unten nachfolgeden Variante 04. Die Belastbarkeit und der erzielbare Wandabstand entsprechen meist einer mittleren Bauweise.
Diese Lösung erfordert einige Erfahrung und greift bei besonders schwierigen Untergründen, z. B. bei Leichtbauweisen und geschäumten Sandwich-Konstruktionen. Sie ermöglicht eine mittlere Bauweise mit 5 cm Wandabstand. Im Idealfall sind 2 hintereinander liegende Platten mit Hohlraum vorhanden oder zumindest eine kräftige Platte auf der Außenseite mit Hohlraum dahinter. Gibt es statt Hohlraum eine (geschäumte) Dämmschicht, wird soviel Dämmstoff wie möglich von außen mittels Bohrmaschine weggefräst, dass allseits um die Befestigungsachse ein möglichst großer Hohlraum entsteht. Dann wird eine Siebhülse SD 18085 gesetzt, so dass sie möglicht die zweite innere Platte mit erfasst, dann die Siebhülse nebst umliegenden Hohlraum mit Verbundmörtel ausgefüllt und ein Kreuzhalter WH 10141 eingedrückt und verklebt. Dabei wird mitunter pro Befestigungspunkt eine komplette Kartusche Mörtel verbraucht. Es entsteht dann aber nach dem Abbinden ein druckfester Verbund der beiden Platten oder zumindest eine "Batzen" hinter der äußeren Platte, der überhaupt ein Verspannen des Kreuzhalters mithilfe der Tellerscheibe und Stellmutter ermöglicht.
Bei waagerechten Stülpschalungen - meist mit einfachen Glattkantbrettern - sind aufgrund der geneigten Auflagefläche ggf. Seilsysteme mit Ösenschrauben ("Leichte Bausätze") zu bevorzugen, die dann aber nur einen geringen Seilabstand zur Wand zulassen. Andernfalls - so bei Kreuzhaltern wie WH 10141 - muss meist ein Schrägstand der Gewindeschäfte in Kauf genommen werden, was zwar optisch, nicht aber funktional ein Problem ist. Es ist auch möglich, mit Keilscheiben aus Edelstahl eine plane Anlagefläche herzustellen - bitte fragen Sie hier gezielt an. Oder mit Foster-Bohrer plane Fläche schaffen.
Historische Bauten haben in bestimmten Regionen oft kleinteilige Verkleidungen aus auf Lattengerüst genagelten Schieferplatten. In ähnlicher Form werden auch Kunststoffplatten ("Kunstschiefer") verwendet.
Meist geht es um Stützen von Balkonen, Wintergärten, die Profile sind aus lackiertem, verzinktem Stahl oder Aluminium. Hier lassen sich Wandhalter mit metrischem Gewinde wie WM 10101 direkt befestigen, die Wandstärke sollte jedoch mindestens halb so dick wie der Gewindedurchmesser sein, also für einen Halter mit M 10 - Gewinde 5 mm. Die Vierkantrohre werden einseitig durchbohrt und per Schneidbohrer mit einem Gewinde versehen. Dieses manuelle Gewindeschneiden erfordert Fachwissen sowie Handfertigkeit und sollte im Zweifelsfall durch eine Fachfirma erfolgen.
Vorgehängte und hinterlüftete Fassaden







